Call of Duty: Black Ops 7
Nach einer Reihe holpriger Jahre und teils fragwürdiger Designentscheidungen wirkt der neue Teil des Ablegers wie ein Lebenszeichen, das viele Fans längst abgeschrieben hatten. Call of Duty stand an einem Scheideweg – und genau hier überrascht dieser Teil mit Mut, Rückbesinnung und dem Versuch, alte Stärken wiederzubeleben. Nicht alles ist gelungen, aber selten war die Serie so nah daran, sich selbst wiederzufinden.
Endlich wieder ein starker Multiplayer
Wenn man ehrlich ist, war das größte Sorgenkind der letzten Jahre nicht die Grafik, nicht die Kampagne, nicht einmal die Mikrotransaktionen. Es war das Skill Based Matchmaking – oder besser gesagt die Version davon, die Spielern jeglichen Raum für lockere Matches genommen hat. Umso überraschender ist der radikale Schritt, den der neue Teil wagt:
Das SBMM wurde massiv abgeschwächt.
Nicht komplett entfernt, aber auf ein Minimum heruntergedreht. Und genau das verändert das gesamte Spielgefühl.
Ein Satz, den ich seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr sagen konnte:
Man bleibt nach dem Match in derselben Lobby. Das mag nach einer Kleinigkeit klingen, ist aber genau das Element, das früher so viel Identität erzeugt hat. Die kleinen Rivalitäten. Das Wiedererkennen von Spielern. Das „Oh nein, der Typ von eben ist wieder im Gegnerteam“. Dieses Gefühl, das Matches nicht isolierte Inseln sind, sondern Teil eines abends, eines Erlebnisses, eines Flow-Moments. Teils habe ich sogar ein Gefühl, welches ich schon seit Black Ops 2 nicht mehr erleben durfte.
© Activision PublishingEin riesiger Schritt in die richtige Richtung
Man merkt, dass die Entwickler diesmal wirklich zugehört haben.
Die Matches sind entspannter, weniger verkrampft, und bieten genau die Mischung aus Chaos, Können und Zufall, die Call of Duty immer ausgemacht hat. Und plötzlich macht Experimentieren wieder Spaß: andere Waffen, andere Perks, andere Spielstile. Man spielt, weil man spielen möchte – nicht, weil man permanent gegen die eigene K/D ankämpft.
© Activision PublishingZwischen Chaos und Hölle
So brillant der Multiplayer aufblüht, so ernüchternd ist die Kampagne. Absurde Bosskämpfe, die aus einem anderen Genre stammen könnten und ernüchternde Dialoge ohne viele Hintergedanken. Es fühlt sich fast an, als wären die Entwickler in zwei völlig verschiedene Richtungen gelaufen. Während der Multiplayer traditionelle Stärken zurückholt, driftet die Kampagne in eine überzogene Action-Fantasy ab, die überhaupt nicht mehr an die Black Ops-Wurzeln erinnert. Die Bosskämpfe wirken völlig losgelöst vom Rest, manchmal sogar unfreiwillig komisch.
Man fragt sich: Wer hat sich gedacht, dass DAS Black Ops sein könnte? Und Vor allem wer hat das Genehmigt? Eine Story, die leider keinen Halt findet.
Die narrative Verwirrung setzt sich fort. Politische Spannung? Fehlanzeige.
Intrigen? Kaum vorhanden. Glaubwürdige Charakterentwicklung? Leider ebenfalls untergegangen.
Stattdessen bekommt man Szenen serviert, die spektakulär aussehen, aber keinerlei emotionale Wirkung entfalten. Die Story springt, stolpert und prallt an einem vorbei, ohne je wirklich etwas zu sagen. Viele Spieler sprechen bereits von einem der schwächsten Black Ops-Handlungsstränge – und man kann ihnen kaum widersprechen. Schade denn das Spiel könnte es besser Was besonders frustriert: Es wäre genügend Potenzial da gewesen. Einige Schauplätze sind atmosphärisch, einige Ansätze interessant. Aber alles versinkt unter überstilisierten Momenten, die nur noch Krach statt Spannung liefern.
© Activision PublishingZombies
Doch nicht alles abseits des Multiplayers wankt.
Der Zombie-Modus ist auch diesmal die Konstante, auf die man sich verlassen kann. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Bewährtes Rezept, frisch serviert.
Die Maps sind clever aufgebaut, die Mechaniken eingängig und die Mischung aus Nostalgie und neuen Elemente sorgt für einen Flow, der schnell in „Nur noch eine Runde…“ endet.
Teamplay fühlt sich lohnend an, Solo-Runs fordern, und die neuen Gegnerarten bringen genug Abwechslung, ohne den Modus zu verfremden. Es ist nicht die große Revolution – aber es ist das, was wir Zombie-Fans wollen:
Herausfordernd, chaotisch, spaßig und voller Wiederspielwert. (Leider kann man immer noch die Munition nachkaufen… )
© ©/TM/® 2025 Activision Publishing, Inc.Technik und Atmosphäre
Grafisch bleibt Call of Duty: Black Ops 7 auf einem hohen Niveau, ohne spektakulär neue Akzente zu setzen.
Die Animationen sind flüssig, die Waffen fühlen sich wuchtig an, und die Maps – vor allem im Multiplayer – sind abwechslungsreich, stilistisch sauber und bieten viele erinnerungswürdige Maps. Auf der Playstation 5 habe ich dauerhaft ein Flüssiges Gameplay gehabt und habe keine Situation erlebet, in der es mal hakelig wurde oder die FPS gesunken sind.

Fazit: 9/10
Call of Duty: Black Ops 7 ist zweigeteilt – aber die stärkere Hälfte dominiert deutlich. Die Kampagne mag scheitern, aber Multiplayer und Zombie-Modus tragen das Spiel mühelos.
Vor allem das deutlich abgeschwächte SBMM und die Rückkehr der anhaltenden Lobbys sind ein Segen, den viele Fans kaum noch zu hoffen gewagt haben. Es ist ein Schritt, der nicht nur mutig, sondern richtig war – und dem Spiel das Herz zurückgibt, das die Reihe so lange verloren hatte. Wer wegen der Kampagne einsteigt, schaut in die Röhre. Wer Multiplayer und Zombies liebt, bekommt definitiv eines der besten CoDs der letzten Jahre.

Chris‘ Leidenschaft für Videospiele hat bereits mit dem Gameboy und der PlayStation 2 begonnen. So richtig Fuß gefasst hat er aber erst richtig, als er seine Liebe für Dark Souls entdeckt hat. Seitdem ist er den Soulslike-Titeln verfallen, wobei auch Shooter wie Call of Duty oder Counterstrike zu seinen favorisierten Spielen gehören.
Fernab der Videospielwelt geht Chris aber auch auf Pen and Paper-Abenteuer oder genießt die Abende mit allerlei Brettspielen.
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