GG Bavaria 2026

Vom 6. bis 8. März fand die GG Bavaria,die Bayrische Messe für Videospiele, statt. Wir waren vor Ort, um für euch herauszufinden, worum es bei dieser Messe eigentlich geht, welche Highlights es gab und ob sich ein Besuch bei der nächsten Messe 2027 vielleicht auch für euch lohnt.

Die bayrische Mini-gamescom?

Das könnte man zumindest zunächst denken, doch die GG Bavaria hat im Gegensatz zur großen gamescom einen klaren, anderen Fokus. Statt den neuesten AAA-Titel aus aller Welt bietet die GG Bavaria bewusst kleineren Indiestudios und Neuentwicklern aus Bayern eine Bühne.

In der Indie Area wurde es schnell voll. Kein Wunder, hier konntet ihr zahlreiche Indietitel antesten und euch direkt mit deren Entwicklern unterhalten.

Und nach welchen Spielen sollte ich jetzt Ausschau halten?

Auf der GG Bavaria gab es tatsächlich einige spannende Spiele zu entdecken. Leider haben wir es nicht geschafft, uns alle anzusehen, dennoch möchte ich euch hier kurz drei Spiele vorstellen, die wir für euch antesten konnten und uns auch schon selbst vorgemerkt haben:111

11°S XX°E – Deadly Temples of Peril

Im Roguelike-Platformer mit dem etwas sperrigen Titel (der Entwickler meinte zu uns auch bereits, dass es sich dabei um einen Arbeitstitel handelt und er diesen vermutlich noch einmal ändern wird) handelt es sich um einen Platformer mit Roguelike-Elementen.

© Chilipixel Games GmbH
11°S XX°E – Deadly Temples of Peril – geplanter Release: 3. Quartal 2027

Besonders macht das Spiel, dass ihr euch auf der Suche nach den namensgebenden Tempeln, wie ein echter Abenteurer, immer neue Expeditionsrouten auf einer Weltkarte zurechtlegt. Das Spiel baut dann basierend auf der aktuellen Route für euch Level zusammen, die ihr anschließend beschreiten müsst. In jedem Level findet ihr verschiedene Upgrades für euren Charakter, welche sich Roguelike-typisch auch auf eure Spielweise auswirken, wodurch jeder Run besonders wird.

Demra: Rifts of War

Dieses Spiel hatte uns mit seinem farbenfrohen Retro Pixellook direkt in seinen Bann gezogen. Obwohl wir gar nicht genau sagen können, warum. Immerhin gibt es an sich genügend Indie-Games in schickem Pixellook. Dennoch trifft Demra: Rifts of War für uns einen Sweet Spot an minimalistischer Retro-Grafik und farbenfrohem modernem Design mit Liebe zum Detail.

© Funtraum Games
Demra: Rifts of War – geplanter Release im 3. Quartal 2026

Auch gameplaytechnisch hüllt mich Demra in eine kuschelige Decke, gewebt aus reiner Nostalgie. Mit einem Helden, ähnlich wie in Warcraft 3, bewegt ihr euch über eine Karte und baut eine Basis auf, rekrutiert eine Armee und verteidigt euch gegen Gegner. Doch während ihr euren Helden frei steuern könnt, gebt ihr eurer Armee eher indirekte Angriffsbefehle ähnlich wie in Siedler. Somit verspricht das Spiel zwar mehr Action als die meisten Aufbauspiele, scheint bislang aber zumindest nicht so stressig, wie ein reines RTS zu sein. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob die Entwickler hier den richtigen Mittelweg finden. Wenn ja, freue ich mich schon jetzt, mich an einem regnerischen Tag eingehüllt in meiner Nostalgiedecke von diesem Spiel in seinen Bann ziehen zu lassen.

Imprinted

Imprinted ist ein narratives Spiel mit einem einzigartigem Kniff. Als Toningineur werdet ihr damit beauftragt, beschädigte Aufnahmen wiederherzustellen. Eines Tages sollt ihr alte Tonaufnahmen von einer experimentellen Musikerin untersuchen und schnell fällt auf, hieran ist irgendetwas seltsam.

© Cobalt Lane
Imprinted – geplanter Release laut Steam: „Coming Soon“

Auf diesen Aufnahmen sind einige seltsame Geräusche zu hören, die Hinweise auf ihr mysteriöses Verschwinden enthalten. Stück für Stück werdet ihr so in ein Mysterium hineingezogen und begebt euch in ein wirres Netz aus Verschwörungstheorien über ihr Leben. Deshalb durchforstet ihr auch bald verschiedene Foren, analysiert Found-Footage-Material, Chatnachrichten und steigt immer tiefer in den Kaninchenbau hinab. Wer narrative Spiele und psychologischen Horror mag, könnte hier definitiv spannende neue Kost finden.

Und was gabs auf der GG Bavaria sonst so?

Neben Videospielen hatte die Messe aber auch einiges mehr zu bieten. Angefangen beim abwechslungsreichen Bühnenprogramm, welches durch eine imposante Samurai-Show der Hokushin Ittō-ryū Hyōhō (eine 200 Jahre alte traditionelle Samuraischule, die unter anderem ein Dojo in München hat) eröffnet wurde. Zudem gab es im Bühnenprogramm neben Showcases für die Indie-Spiele der Messe unter anderem auch Quizrunden mit dem Publikum, eine Live Pen and Paper-Show, einen Cosplay-Contest und vieles mehr.

Cosplayer gab es auf der Messe auch abseits des Contests viele zu sehen. Wie hier „Rick Astley“, der zusammen mit einigen Storm Troopern seinen bekannten Song „Never Gonna Give You Up“ performte.

Interesse an der Spieleindustrie?

Einen großen Teil der Messe macht aber auch das Netzwerken in der deutschen Videospielbranche aus. So konnte man sich z. B. im sogenannten Career Space Vorträge zur Videospielentwicklung anhören oder direkte 1:1-Sessions mit Vertretern aus verschiedenen deutschen Spielunternehmen buchen, um Ideen, Jobangebote oder Partnerschaften zu besprechen.

Für Studieninteressierte präsentierten auch zahlreiche bayrische Hochschulen und Unis ihre Games-Studiengänge. An ihren Ständen konntet ihr meist direkt mit Studierenden der jeweiligen Studiengänge ins Gespräch kommen. So konntet ihr einen direkten Eindruck aus erster Hand erhalten, um herauszufinden, welcher Studiengang am besten zu euch passt.

Ich suche nach etwas Deko für mein Nerdzimmer, gabs sowas auch?

Sehr gute Frage! Neben der Hauptarea, die sich hauptsächlich mit Videospielen beschäftigte, gab es auch einen kleinen Nebenbereich, in dem ihr euch durch die Werke verschiedener Künstler aus dem lokalen Nerdkosmos stöbern konntet. So gab es hier z. B. neben künstlerischen Pokémon-Bildern, Ansteckpins und Ohrsteckern diverse Miniaturen, Würfel und sonstiges Zubehör für Tabletop-Spiele oder Pen und Paper zu entdecken. Das Wichtigste hier: Alles handgemacht!

Fazit:

Die GG Bavaria ist wirklich eine spannende Messe für alle, die sich entweder in der deutschen Spielelandschaft vernetzen wollen oder einfach wissen wollen, was eigentlich vor der eigenen Haustür alles entwickelt wird. Wir finden: Ein wirklich tolles Projekt, um auch kleineren Entwicklern aus der Region die verdiente Aufmerksamkeit zu geben.

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