Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden


Spätestens seit der Veröffentlichung von Animal Crossing: New Horizons wissen wir, wie gut Nintendo und Lebenssimulationen zusammenpassen. Daher war ich hocherfreut und sehr gespannt, ob auch Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden dieses tolle Spielgefühl einfangen kann. Im Test für die Nintendo Switch verrate ich, warum ich zu Beginn sehr euphorisch war, das Ganze nach einigen Spielstunden jedoch abflachte.
Keine Story, dafür viele Freiheiten
Tomodachi Life : Wo Träume wahr werden kommt zu Spielbeginn direkt auf den Punkt. Eure Aufgabe ist es, eigene Mii-Charaktere zu entwerfen, diese auf eine Insel ziehen zu lassen, um dort das Leben zu führen, welches ihr ihnen als Spieler bietet. Hierzu könnt ihr entweder einen Editor verwenden oder mittels Fragen vorgefertigte Charaktere verwenden.
© NintendoDie Auswahl an Möglichkeiten ist dabei sehr gut. Unterschiedliche Frisuren, Haar- und Augenfarben, Gesichtsbehaarung, und noch viele weitere Attribute lassen sich verändern. Ebenso könnt ihr über die Charaktereigenschaften eurer Mii bestimmen und auch ihre Stimme zu ihrem Aussehen anpassen. Die Freiheiten bei der Gestaltung sind somit vorbildlich und sorgen für allerlei kreative Ergüsse, wenn Charaktere aus dem echten Leben oder auch aus Film und Fernsehen nachgestellt werden.
Sobald ihr einige Miis erstellt habt, eröffnen sich euch immer mehr Möglichkeiten im Spiel. Im Laden könnt ihr Essen für eure Bewohner kaufen, ein Bekleidungsgeschäft eröffnet ebenso und im weiteren Verlauf lassen sich auch Objekte zur Inselgestaltung erwerben. Das Geld dafür bekommt ihr automatisch im Spielverlauf, indem ihr eure Charaktere miteinander interagieren lasst, ihre Bedürfnisse erfüllt und somit auch den individuellen Level eines jeden Charakters steigert.
Mit jedem Levelaufstieg dürft ihr die Miis zudem mit neuen Objekten ausstatten, ihnen Sprechphrasen beibringen oder auch neue Gesten, um sie nach und nach zu entwickeln. Das macht definitiv Spaß und sorgt für einen angenehmen Spielflow, wenn es darum geht, die Wünsche und Interessen einzelner Charaktere zu entdecken.
Mini-Beziehungen bestimmen das Geschehen
Am spannendsten sind im Spiel jedoch die Interaktionen der einzelnen Miis. Diese können sich anfreunden, erleben allerlei skurrile Geschichten und sogar das Gründen von WGs und Familien ist mitsamt Nachwuchs möglich. Ihr erhaltet somit wirklich eine tolle Möglichkeit, als Schöpfer zu agieren und eure Bewohner auch zu beeinflussen. Immerhin könnt ihr jeden Bewohner „schnappen“ und ihn dort platzieren, wo ihr möchtet. Das können neue Objekte auf der Insel sein oder auch andere Charaktere, um diese besser kennen zu lernen.
© NintendoBesonders toll wird es, wenn ihr die Möglichkeit erhaltet, eigene Gehwege, Gebäude und eben eine ganze Infrastruktur zu setzen. Das lässt euch eure Kreativität vollends entfalten, vor allem da ihr auch selbst eigene Designs und Objekte entwerfen könnt. Ihr seid Zelda-Fan? Dann gestaltet doch ein passendes Shirt für eure Boutique. Ihr esst gerne Kartoffeln mit kleinen Spinnen? Das schreit doch danach, diese auch in eurem Laden zu verkaufen. Egal wie verrückt eure Idee ist, Tomodachi Life ist offen dafür.
Kreative Einschränkung
Was mir persönlich den Spielflow zerstört hat, ist die Größe der Insel. Diese kann im Spiel nämlich erweitert werden, ist jedoch an die Anzahl der Mii geknüpft. Das bedeutet, dass ihr unzählige Charaktere erstellen müsst, um die größtmögliche Fläche zu erhalten. Natürlich kann man sich auch einfach ein paar einfache Figuren erstellen und diese im Nachgang wieder entfernen, ich hätte mir aber ein interessanteres System erhofft, um mich als Spieler bei Laune zu halten.
© NintendoAnsonsten läuft das Spiel aber technisch einwandfrei. Die Steuerung geht leicht von der Hand, musikalisch bekommt ihr passendes Gedudel (ohne dies abwertend zu meinen) und die Vorzüge der Switch werden sinnvoll genutzt, wenn ihr beispielsweise den Touchscreen zur Gestaltung verwendet.
Am Ende fehlte es mir persönlich aber an Langzeitmotivation. Natürlich könnt ihr immer wieder Neues entdecken, die Schöpfer-Rolle im Spiel sagt mir persönlich aber weniger zu, als wenn ich selbst Teil der Gemeinschaft bin wie in Animal Crossing. Solltet ihr damit aber kein Problem haben, werdet ihr auch nach vielen Spielstunden noch allerlei Überraschungen entdecken und könnt mit genug Kreativität Träume wahr werden lassen.
Fazit
Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ist eine tolle Simulation. Die vielen kreativen Freiheiten lassen einen so unfassbar viele skurrile, witzige und auch schöne Momente erleben, was das Spielen zur Freude macht.
Am Ende fehlte mir persönlich jedoch die Langzeitmotivation, da mich vor allem der Ausbau der Insel, welcher an die Anzahl der Mii-Charaktere gekoppelt ist, abgeschreckt hat. Hier hätte gerne Nintendo selbst etwas kreativer sein dürfen, um auch alle Spieler länger bei der Stange zu halten.

Positiv
- kreative Freiheiten
- umfangreicher Mii-Editor
- Persönlichkeiten der Mii fühlen sich naturlich an
- tolle Einbindung der Switch-Technik
Negativ
- Inselausbau an Mii-Anzahl gekoppelt
- Langzeitmotivation nicht für jeden gegeben
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Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.
