Resident Evil Requiem
Die Resident Evil-Reihe ist für Fans der Inbegriff des Horror-Genres. Im Laufe der Zeit rückte der Horror jedoch mehr und mehr in den Hintergrund und wir bekamen knallharte Zombie-Action geboten. Seit Resident Evil VII hat sich die Reihe jedoch auf seine alten Stärken berufen und wir klären im Test, ob Resident Evil Requiem ein ebenso genialer Titel ist.
Doppelt hält besser!
Die Story von Resident Evil Requiem könnte gegensätzlicher nicht sein. Wir verfolgen zwei Handlungsstränge, die sich immer wieder überschneiden. Zum einen handelt es sich hierbei um die Geschehnisse rund um Grace Ashcroft, einer FBI-Agentin, welche in einem verfallen Hotel ermittelt, in dem einst ihre Mutter zu Tode kam. Auf der anderen Seite treffen wir auf Serienliebling Leon S. Kennedy, der ebenso Ermittlungen aufstellt und sich immer wieder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert sieht.
© CapcomAuch wenn sich beide Stränge immer wieder überschneiden, treffen wir nur seltenst auf beide Protagonisten zusammen. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Spielweisen. Der Part von Grace findet in der Ego-Perspektive statt, ist dadurch deutlich horrorlastiger, wir müssen uns verstecken, haben nur knappe Hilfsmittel und der Tod lauert hinter jeder Ecke.
Leon hingegen zeigt direkt zu Spielbeginn, dass er mit seiner kleinen Axt bereit ist, etliche Zombieköpfe zu zerschmettern. Wir steuern ihn aus der Third-Person-Sicht, was zu seinem Gameplay auch deutlich besser passt. Beide Spielweisen gehen nahtlos ineinander über und schaffen eine tolle Spielatmosphäre, welche sowohl Horror- als auch Action-Fans auf ihre Kosten kommen lässt.
Zurück in Raccoon City
Die Schauplätze in Resident Evil Requiem sind wieder serientypisch: Vom verfallenen Hotel, über eine Nervenheilanstalt und ein unterirdisches Labor bis hin zu einem Abstecher nach Raccoon City passt das Setting perfekt und schafft tolle Spielmomente. Vor allem die jeweils ansässigen Zombies lassen das Blut in den Adern gefrieren, zumindest wenn wir als Grace unterwegs sind.
© CapcomWie eingangs erwähnt, müssen wir mit ihr nämlich immer wieder das Weite suchen, da sie nicht über die körperlichen Fähigkeiten und das Repertoire an Waffen verfügt wie Leon. Zwar erhält auch sie nach und nach neue Waffen und Gegenstände (z. B. zombietötende Spritzen), ihr müsst aber sehr gut mit eurem Inventar haushalten. Daher gehören ihre Spielabschnitten auch zu den größten Stärken von Resident Evil Requiem, da das klassische Resi-Gefühl sehr gut eingefangen wird.
Das soll die Leon-Abschnitte aber keineswegs schmälern. Es ist unheimlich befriedigend, mit einer Schrotflinte Horden von Zombies zu erledigen, mit dem Motorrad Zombie-Hunde abzuwehren oder mittels Raketen ganze Umgebungen zu zerstören. Die Action steht dabei deutlich mehr im Fokus als bei Grace, da man sich als Leon nahezu unbesiegbar fühlt, kleine Schockmomente gibt es aber auch hier.
Nehmt euch vor den Zombies in Acht!
Die Zombies selbst sind insgesamt abwechslungsreich, wenngleich sie sich immer wieder in modifizierter Form wiederholen. Das sorgt dafür, dass es anfänglich zu Stress kommt, wenn man auf sie trifft, sobald man sie durchschaut hat, stellen sie meist aber kein Problem dar unabhängig davon, ob wir als Grace oder Leon unterwegs sind. Wie so oft sind es aber vor allem die Bossgegner, die mir sehr gut gefallen haben, wenngleich nervige Arenakämpfe auch in Resi 9 zur Tagesordnung gehören.
© CapcomWas ich mir beim Spielen sehr gewünscht habe, wäre ein offener Resident Evil-Ableger. Immer wieder können wir mit unseren Protagonisten Grace und Leon nämlich mal kleinere und mal größere Bereiche erkunden und sogar optionale Wege einschlagen. Das macht verdammt viel Spaß und diese freien Erkundungsphasen sind unabhängig von der Action und dem Horror die besten Passagen im Spiel.
Zudem könnt ihr eure Charaktere bzw. ihr Inventar auch verbessern. Für Grace müssen wir hierfür kleine Münzen sammeln, Leon erhält hingegen für das Eliminieren von Zombies Punkte. Gepaart mit einem überschaubaren, aber guten Crafting-System fügen sich diese Gameplaymechaniken wunderbar in das Gesamtgefüge ein und runden es ab.
Hierzu gehören natürlich auch Rätsel, welche insgesamt jedoch sehr einfach ausfallen und nur seltenst etwas Gehirnschmalz von uns verlangen. Hiervon hätte es gerne mehr sein dürfen, da vor allem im Grace-Part genug Potential vorhanden war.
Die Switch 2 stemmt Resi 9 vorbildlich
Ansonsten läuft technisch alles einwandfrei auf der Nintendo Switch 2. Egal ob ihr am TV- oder im Handheld-Modus spielt, ihr bekommt grafisch wie auch von der Soundkulisse her ein tolles Erlebnis geboten. Dank freischaltbarer Extras und zusätzlichen Schwierigkeitsgraden sind zudem mehrere Durchgänge lohnenswert und motivierend.
© CapcomAlles in allem ist Resident Evil Requiem für mich ein wahres Fest gewesen und schon lange habe ich kein Spiel mehr so intensiv am Stück durchgespielt. Jeder noch so kleine Fortschritt fühlte sich befriedigend an und ich wollte der Story immer mehr auf die Schliche kommen. Solltet ihr also eine Switch 2 zur Verfügung haben und Resident Evil lieben, werdet ihr mit dem neunten Teil eure Freude haben.
Fazit: 9/10
Resident Evil Requiem setzt an die Stärken des siebten und achten Teils an und bietet uns mit Grace und Leon eine perfekte Mischung aus Horror und Action. Von den serientypischen Schauplätzen über die verschiedenen Zombies bis hin zum Ressourcenmanagement ist einfach alles mit dabei, was sich Fans wünschen.
Etwas abwechslungsreicher hätten gerne die regulären Zombies sein dürfen und auch von den offenen Passagen hätte ich gerne noch mehr in Form einer großen Map gesehen. Dennoch kam ich vollkommen auf meine Kosten und kann Resi 9 allen Fans der Reihe nur wärmstens empfehlen.


Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.
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