Ancient Farm
Seit dem 08. Januar 2026 befinden wir uns in einer Zeitreise zurück in das antike Ägypten. Die sengende Sonne brennt uns erbarmungslos auf den Rücken. Die einzige Abkühlungsmöglichkeit bietet uns der Nil. Um in der gnadenlosen Umgebung zu überleben, benötigt es harte Arbeit und Muskelschmalz. Genauer gesagt befinden wir uns im Spiel Ancient Farm vom polnischen Entwicklerstudio A2 Softworks.
Sie bieten uns ein Landwirtschaftssimulationsspiel einer anderen Art und Weise. Wenn ihr wissen möchtet, was das im Detail bedeutet und ob sich der Bauernalltag im antiken Ägypten sehen lässt, dann bleibt dran und lest den nachfolgenden Testbericht.
Harter Arbeitsalltag im alten Ägypten
Im Vergleich zu anderen Landwirtschaftssimulationen können wir uns nicht auf etliche Traktoren, automatische Bewässerungssysteme und imposante Maschinen verlassen, denn sie gibt es schlicht und einfach nicht. A2 Softworks simuliert den Arbeitsalltag eines ägyptischen Bauern zur damaligen Zeit. Felder müssen bestellt, Werkstätten und Häuser gebaut und Handel betrieben werden.
Zum Start des Spiels steht man allerdings mit nichts weiterem da, als seiner virtuellen Lendenshorts. Nach und nach erwirtschaftet man sich die unterschiedlichsten und an die Realität angelehnten Rohstoffe. Ein Vorteil des Spiels ist, dass kleinere Stöcke und Steine in größeren Mengen auf einmal aufgesammelt werden. So schafft man sich zügig einen soliden Start. Unser erstes Gebäude ist eine Werkstatt, in der man sich die einfachsten Gegenstände aus Stein bauen kann. Eine tolle Idee ist die Umsetzung der Bauoptionen von Handwerksgegenständen, Tieren usw. Sie werden als kleine Täfelchen dargestellt, an denen man die notwendigen Materialien nachvollziehen kann. So umgeht man die typischen Tabellen oder Menüs.
Mit der Zeit bekommt man immer mehr Baumöglichkeiten, welche den Spielfortschritt spürbar machen. Nachdem unsere ersten Felder angelegt, bewässert und abgeerntet sind, können wir die Erträge bei einem Händler für Goldmünzen verkaufen. Dieser fährt alle paar Zyklen per Schiff an unserem Lager vorbei. Man kann aber nicht nur seine Ressourcen verkaufen, sondern auch zahlreiche weitere Materialien kaufen. So haben wir eine Vielzahl an Samen für Felder, Vieh oder auch Baupläne, die erworben werden können. Vor allem letztere Baupläne werden benötigt, um weitere Gebäude errichten zu können.
© Ultimate Games S. A. / PlayWay S. A. / Ultimate Publishing / A2 SoftworksUnd das ist auch das Grundprinzip von Ancient Farm. Kleinschrittig erwirtschaftet man sich Rohstoffe, die man am Ende verkauft, um sich andere Materialien zu besorgen. Es fehlt eindeutig ein Ziel, wenn man den Bau eines Tempels mal außen vor lässt. Dieser wird vom Spiel nämlich als großes Ziel betitelt. Allerdings kann man auf alles Baubare von Beginn an zugreifen kann. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass man die nötigen Materialien besitzt. Zusätzlich fehlt ein Verbesserungssystem von Gerätschaften in Ancient Farm, so dass wir auch hier auf nichts zusteuern können.
Kreativität bleibt leider begrenzt
Spieler, die die Welt nach ihren Wünschen gestalten und bearbeiten wollen, werden leider nicht ganz glücklich werden. Sämtliche Gebäude, Werkstätten oder Bereiche für Vieh sind vorgefertigt. Der Spieler muss den zu besetzenden Bereich frei von Steinen oder Holz machen und setzt dann vorerst ein schematisch dargestellten Gebäude hinein. Hat man die Ressourcen gesammelt, drückt man eine Taste und das Haus steht grundsätzlich schon – sogar mit jeweiligen Inhalt (Stühle, Tische etc.). Das ist mal ein anderer Ansatz, der aber auf lange Sicht die Kreativität bedeutend einschränkt. Ich, als Spieler, möchte einfach meine eigenen Wände ziehen und die Gebäude gestalten. Und so ist es für mich auch wichtig, Werkstätten in die eigens errichteten Häuser zu setzen. Auch das ist nicht möglich, weil ja bereits Stühle und Tische gesetzt werden und es auch mechanisch nicht machbar ist.
© Ultimate Games S. A. / PlayWay S. A. / Ultimate Publishing / A2 SoftworksDer Fokus der Entwickler liegt wirklich auf einem realistischen Grad. Die Texturen sollen klar als ägyptisch ausgewiesen sein. Dennoch bin ich der Auffassung, dass man sich viel Potential nimmt. Ich hätte mir auch noch gewünscht, dass die Schemen der zu platzierenden Gebäude auch dann provisorisch gesetzt werden können, wenn der Bereich nicht frei von Hindernissen ist.
Keine Macht der Massenproduktion
Getreu dem Motto der harten körperlich Arbeit gestaltet sich das Sammeln von Rohstoffen. Zu Beginn wurde angedeutet, dass man mehrere Stöcke und Steine gleichzeitig sammeln kann. Das ist auch definitiv so. Gleiches gilt für weitere Aspekte, wie Sträucher, Wasser oder Früchte. Das erleichtert die Arbeit selbstverständlich. Man muss aber dazu sagen, dass man für einen hohen Ertrag von Feldern und Bäumen regelmäßig bewässern muss. Ist man mit anderen Dingen beschäftigt und vergisst das Gießen, verringert sich der Ertrag.
Was mich persönlich gestört hat, ist dann die Tatsache, dass ich Steinblöcke oder Bretter nicht in Masse produzieren kann. Die Entwicklung von Brettern bspw. dauert einige Sekunden, danach muss ich den Herstellungsbutton erneut drücken und wieder warten. Das könnte man deutlich spielerfreundlicher gestalten, auch wenn man dem gewollten realistischem Setting und der gewollten harten Arbeit entgegentritt. Im Endeffekt sollte man seine Produktionsstätten nah aneinander stellen, damit man immer hoch- und runterlaufen kann, um die Herstellung ökonomisch zu halten.
Tolles Tutorial
Eines muss man dem Spiel wirklich lassen. Als Spieler wird man auf eine sehr angenehme und verständliche Art und Weise durch die ersten Schritte geleitet. Eine Verbindung aus Text und Bild ist immer eine sinnvolle Sache, da wir als Menschen unterschiedliche Lerntypen besitzen. Die eine Sorte kommt eben über Bilder besser zurecht, wohingegen die andere Sorte eher den Text benötigt. Das einzige Problem an dieser Stelle scheint die Übersetzung ins Deutsche zu sein. Viele Erklärungen beinhalten Begrifflichkeiten, welche sich vom Einführungstext und dem jeweiligen Menü unterscheiden. Das sorgt dafür, dass man bspw. öfter nach Gebäudebezeichnungen suchen muss.
© Ultimate Games S. A. / PlayWay S. A. / Ultimate Publishing / A2 SoftworksSolide Spielwelt, angenehme Grafik
Das Spiel macht von seiner Spielwelt und der Grafik echt einen vernünftigen Eindruck. Man darf sich grafisch nicht auf ein Battlefield 6 einstellen, aber es sieht keinesfalls schlecht aus. Die ägyptische Welt kann man sich gut vorstellen und sich hineindenken. Die Tierwelt, das Design der Gebäude und das Symbol auf dem Segel des Händlers weisen auf das entsprechende ägyptische Flair hin. Das bleibt alles in allem aber zu flach. Im Grunde kann ich mich auch in jedweder Wüstenregion befinden.
Zusätzlich empfinde ich die Spielwelt unabhängig von den eigenen Farmen und Viehzucht als eher unbelebt. Die Landschaft wirkt eher karg. Tiere gibt es nur in Bereichen, die man als Spielfigur nicht erreichen kann. Auch andere menschliche NPC`s findet man nur an Bord des Händlerschiffes. Das ist für eine Bezeichnung einer lebendigen Spielwelt deutlich zu wenig. An dieser Stelle herrscht definitiv Nachholbedarf. Es könnte durch ein paar mehr Tierarten der Aspekt der Jagd eingebaut werden, was dem Spiel mehr Tiefgang verleihen würde.
Fazit 6/10
Ancient Farm ist ein grundsolides Landwirtschaftssimulationsspiel. Es gibt einige tolle Ideen, die die Spielerfahrung zu anderen Titeln verändert. Spielerinnen und Spieler, welche eher ein ruhiges Spiel ohne viel Action und Kampf suchen, sind bei Ancient Farm definitiv richtig. Hier geht es nämlich rein um den eigenen Anbau inkl. den Erträgen. Keinerlei Banditen oder Tiere, die nach unserem Leben trachten. Das gibt dem Spiel schon seinen eigenen Charme. Dennoch fehlt es an vielen Ecken bzw. herrscht Nachholbedarf. Das drückt nicht nur die Wertung, sondern auch den Spielspaß. Das ist wirklich schade, weil ein Simulationsspiel in damaligen Zeiten kein schlechter Ansatz ist.

Flo ist ein Spieler durch und durch. Egal, ob Karten-, Brettspiele oder Spiele in der digitalen Welt – alle sind ihm heimisch. Seine Anfänge machte er mit dem damaligen Spiel „Hugo“ oder der blauen Edition auf dem Gameboy Color. Im Jugendalter widmete er sich neben seinem sportlichen Ausgleich dem Strategiegenre, weshalb „Age of Empires 2“ oder die „Total War“-Reihe immer noch zu seinen Lieblingsspielen zählen.
Neben diversen Strategiespielen ist er auch ein großer Freund von sämtlichen kooperativen Games. Aus diesem Grund zählen wohl „7 Days to Die“ und „Dead by Daylight“ zu den am meisten gespielten Spielen überhaupt. In diesem beiden Titeln kann und konnte er auf beste Unterstützung von Maik und Gunter zählen.
Wichtig ist allerdings, dass die Spiele eine Crossplay-Funktion besitzen, da er vorwiegend auf der Playstation unterwegs ist. Der PC und die Nintendo Switch befinden sich aber auch in seinem Repertoire.
