Black Rose Wars – Rebirth

Manchmal gibt es Spiele, bei denen man schon beim Aufbau merkt: Das hier wird kein normaler Abend. Zu viele Karten, zu viele Möglichkeiten, zu viel… Potenzial für Chaos. Black Rose Wars: Rebirth ist genau so ein Kandidat. Und ja – es dauert nicht lange, bis aus einem lockeren Einstieg ein magisches Kräftemessen wird, das dich komplett in seinen Bann zieht.

Zauberbücher statt Standardstrategien

Die Zauberbücher – beziehungsweise die verschiedenen Schulen der Magie – bilden das Herzstück von Rebirth. Sechs unterschiedliche Richtungen stehen zur Auswahl, jede mit eigener Spielweise, individuellen Stärken und fiesen kleinen Tricks. Genau dadurch entsteht nicht nur Abwechslung, sondern ein echtes Gefühl von Identität. Du spielst nicht einfach irgendein Deck – du spielst deinen ganz persönlichen Stil.

Und genau das sorgt dafür, dass sich jede Partie anders anfühlt. Es gibt keine Taktik, die immer aufgeht, kein starres Schema, das dich sicher zum Sieg führt. Stattdessen musst du dich ständig anpassen – an deine gezogenen Karten, an die Veränderungen auf dem Spielfeld und vor allem an die Strategien deiner Mitspieler.

Gerade in den ersten Runden dreht sich vieles darum, die einzelnen Räume der Akademie mit Instabilität zu füllen, um nach und nach mächtigere Zauber und wertvolle Boni freizuschalten. Dafür müsst ihr zunächst einen Raum aktivieren und anschließend eine Instabilität auf ein freies Feld legen. Sobald alle Felder eines Raumes belegt sind, enthüllt sich, welche Belohnung oder welche verborgene Macht darunter schlummert. Dieser stetige Wettlauf um Kontrolle und Vorteile sorgt früh für Spannung und macht jede Entscheidung wichtig.

Bevor wir allerdings tiefer eintauchen, stellt sich erst einmal die Frage:
Was genau ist Rebirth eigentlich für ein Spiel?

Rebirth ist weder ein klassischer Dungeon Crawler wie Gloomhaven noch ein reiner Deckbuilder. Stattdessen erwartet dich ein kompetitives Area-Control-Spiel mit Deckbuilding-Elementen, in dem mehrere Magierfraktionen innerhalb der Black Rose gegeneinander antreten. Durch Kämpfe, die Kontrolle verschiedener Räume und den geschickten Einsatz deiner Zauber sammelst du Siegpunkte und versuchst, die Oberhand über die Akademie zu gewinnen.

© Ludus Magnus s.r.l.

Magie, Kombos und Timing

Ein großer Pluspunkt ist das Kampfsystem – und das liegt vor allem daran, wie sehr es auf Timing und Kombinationen setzt.

Du spielst Karten aus deinem Deck, planst deine Aktionen im Voraus und versuchst, Effekte so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig verstärken. Dabei geht es nicht nur um Schaden: Positionierung, Kontrolle von Räumen und das richtige Timing sind oft entscheidender.

Das Ergebnis sind genau diese Momente, in denen eine gut geplante Kombo plötzlich aufgeht – und sich mehrere Züge wie Zahnräder ineinanderfügen. Und erst hier versteht man wirklich, warum das Spiel so viel Wert auf seine Systeme legt.

Vor allem gibt kein klassisches „Du bist raus“. Selbst wenn du besiegt wirst, bist du direkt wieder im Spiel. Das hält die Dynamik hoch und sorgt dafür, dass niemand lange zuschauen muss. Statt Frust entsteht eher ein Ansporn. Dieses „Okay, jetzt erst recht“. Und genau das treibt die Partie immer weiter an – bis zum letzten Zauber.

Die kleine Hürde: Die Spielregeln

Natürlich ist nicht alles perfekt. Die Anleitung ist stellenweise sperrig. Nicht unbedingt schlecht, aber… unklar. So ein bisschen, als würde sie erwarten, dass du schon weißt, wie das Spiel funktioniert. Gerade bei den ersten Partien kann das den Flow bremsen und sorgt für dieses typische „Warte, wie war das jetzt nochmal genau?“. Aber: Dieses Problem ist temporär. Ein paar gute Tutorial-Videos später fügt sich das Ganze zusammen und plötzlich ergibt alles Sinn. Danach tritt die Anleitung schnell in den Hintergrund.

Wer sich in die Anleitung von Expertenspielen wie Terraforming Mars, Gloomhaven oder ähnlich Komplexen Titeln reingefunden hat wird es hier auch schaffen.

© Ludus Magnus s.r.l.

Und genau hier beginnt die eigentliche Stärke von Black Rose Wars: Rebirth. Denn sobald du verstehst, wie alles ineinandergreift, offenbart sich die Tiefe des Spiels. Deckbuilding, Positionierung, Timing – alles ist miteinander verwoben. Wer einfach nur drauflosspielt, wird untergehen. Wer aber beginnt, Zusammenhänge zu erkennen, Kombos zu planen und vorauszudenken, erlebt genau diesen Moment, in dem aus Chaos Kontrolle wird. Zumindest… so viel Kontrolle, wie dieses Spiel zulässt.

Kontrolle wird zur Illusion

Was Rebirth besonders gut macht: Es fühlt sich ständig in Bewegung an. Räume verändern sich, werden genutzt, taktisch ausgeschlachtet, manchmal komplett umgedacht. Du beschwörst Kreaturen, legst Fallen, baust Kombos – und während du noch glaubst, alles unter Kontrolle zu haben, kommt von irgendwo ein Zauber geflogen, der deinen gesamten Plan auseinanderreißt. Und genau dann passiert das, was dieses Spiel so besonders macht:
Du ärgerst dich kurz – und musst gleichzeitig grinsen. Denn genau diese Momente sind es, für die man spielt.

Material und Spielzeit

Und dann wäre da noch das Material – und ja, „viel“ ist hier fast schon untertrieben.

Black Rose Wars: Rebirth fährt richtig auf: über 30 Miniaturen, unzählige Karten, Marker, modulare Räume – alles fühlt sich extremwertig und thematisch stimmig an.
Gerade die Miniaturen und das modulare Spielfeld sorgen dafür, dass sich jede Partie auch visuell nach etwas Großem anfühlt. Das ist kein Spiel, das man mal eben schnell auf den Tisch wirft – das ist ein Aufbau, der schon Vorfreude erzeugt.

Allerdings: Diese Materialfülle hat auch ihren Preis.
Der Aufbau dauert. Der Überblick kann gerade am Anfang erschlagend wirken. Aber genau dieses „zu viel“ ist gleichzeitig Teil des Reizes – weil es dir so viele Möglichkeiten gibt.

Bei der Spielzeit zeigt sich dann endgültig, in welche Richtung das Ganze geht:
Offiziell liegt eine Partie irgendwo zwischen 90 und 180 Minuten, je nach Spielerzahl und Erfahrung.

In der Realität?
Gerade die ersten Partien gehen oft deutlich länger. Drei Stunden sind keine Seltenheit, vor allem wenn viel überlegt, diskutiert und ausprobiert wird. Und ehrlich gesagt: Das passt auch irgendwie zum Spiel. Es will gar kein schneller Absacker sein – es will einen Abend füllen.

Fazit

Black Rose Wars: Rebirth ist kein Spiel für zwischendurch. Es fordert Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich reinzufuchsen. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man ein Erlebnis, das sich jedes Mal neu anfühlt.

Ein Spiel voller kleiner Geschichten, unerwarteter Wendungen und magischer Duelle, die noch lange im Kopf bleiben.

Test

Positiv

  • hochwertige Verarbeitung
  • extrem viel Tiefe und Abwechslung

Negativ

  • Anleitung lässt einige Fragen offen
9 / 10
👉 Interesse am Produkt? Jetzt bei Amazon ansehen
*Loot_Lab ist Teilnehmer am Amazon-Partnerprogramm.
Entdecke weitere Beiträge → Spielecke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert