Assassin’s Creed Shadows

Ich muss zugeben, dass ich seit Assassin’s Creed IV: Black Flag nicht viele Berührungspunkte mit der Reihe hatte. Insgesamt war das Gameplay für meinen Geschmack nach und nach abgenutzt und vor allem die unzähligen Punkte auf der Weltkarte haben das Spielen zur Fleißarbeit ausufern lassen. Mit Assassins Creed Shadows wollte Ubisoft zurück zu den Stärken der Reihe und den Fokus auf Gameplay und Story legen und ich verrate euch, ob die Nintendo Switch 2 dieses Unterfangen stemmen kann.

Ein ungleiches Paar

Zu Spielbeginn findet ihr euch im 16. Jahrhundert wieder und erkundet mit den beiden Protganoisten Naoe und Yasuke das frühere Japan. Beide Charaktere kommen mit ihrer ganz eigenen Geschichte, finden sich jedoch im Spielverlauf zusammen und könnten unterschiedlicher nicht sein. Naoe ist kleiner, wendiger und kann sich super im Klettern und Balancieren präsentieren, wohingegen Yasuke mit seinem stämmigen Körper eher für das Grobe da ist und ordentlich Schaden austeilt. Dafür fällt er leichter bei Kletterpassagen und manche Seile geben seinem Gewicht sogar nach. Die Mischung der beiden Charaktere stimmt somit.

© Ubisoft Entertainment
Naoes Schicksal wird in Filmreife Sequenzen gezeigt.

Die Story selbst ist sehr offen gestaltet, da euch gleich mehrere Quests zur Verfügung stehen und ihr dabei mal mehr und mal weniger freie Hand habt, wohin euch die Reise verschlägt. Bis dahin müsst ihr jedoch rund zehn Stunden Spielzeit investieren, denn erst dann habt ihr freie Kontrolle über beide Charaktere und ihren gemeinsamen Weg. Das war für mich persönlich etwas langatmig, da ich mich sehr auf den freien Wechsel und das Freiheitsgefühl in der Story gefreut habe. Filmreife Sequenzen begleiten euch bei eurem Weg jedoch, was einen angenehmen Sog erzeugt, weiter in die Spielwelt einzutauchen.

Eine Spielwelt, die begeistert

Die Spielwelt selbst ist definitiv das Aushängeschild schlechthin für Assassins Creed Shadows, denn sie macht richtig Spaß. Kleinere und größere Tempelanlagen, sagenumwobene Berglandschaften, Höhlen mit Fallen und Kletterpassagen oder auch weite Felder, die per Pferd erkundet werden können. Abwechslung ist garantiert und das Ziel, dass weniger manchmal mehr ist, wurde durchaus ernst genommen.

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Die große, offene Spielwelt bietet euch fantastische Umgebungen.

Zwar bietet euch Ubisoft weiterhin genug in der Spielwelt zu tun, alles wirkt aber weniger überladen, sondern fügt sich nahtlos in die Spielwelt ein. Kleinere Tempel offenbaren beispielsweise versteckt Schriftrollen, am Wegesrand könnt ihr Meditieren und euch an Vergangenes erinnern und dann gibt es natürlich auch immer wieder Aussichtspunkte, welche ihr erklimmen könnt. Die Mischung an Anzahl der zusätzlichen Nebenaufgaben und dem, was diese inhaltlich bieten, passt für mich. Lediglich die Aussichtspunkte fühlen sich vor allem in den Tempelanlagen zu ähnlich an, was etwas frustet. Das Gesamtpaket stimmt aber.

Besonders schön ist es, wenn ihr durch Dörfer und Städte lauft und diese durchaus lebendig wirken. Viele Personen gehen ihren regulären Arbeitsabläufen nach und ihr könnt dabei einkaufen gehen, um euch kosmetisch oder auch mit neuer Stärke zu wappnen. Ein Tag-Nacht-Wechsel, Wettereignisse und Jahreszeiten schaffen zudem das Gefühl einer echten Spielwelt.

Wappnet euch, nach eurem Stil

All eure Aktionen sorgen am Ende dafür, dass ihr an Erfahrung gewinnt und im Level aufsteigt. Dafür erhaltet ihr Punkte, welche wiederum in unterschiedliche Fähigkeiten investiert werden können. Dabei stehen sowohl Naoe als auch Yasuke gleich mehrere Fertigkeitsbäume zur Verfügung und ihr habt eine Menge Freiheit darin, wie ihr euch entwickeln möchtet. Brachial und mit viel Kampfkraft oder vielleicht doch aus dem Verborgenen mit Attentaten aus dem Hintergrund. Assassins Creed Shadows ermöglicht Kampfstile nach jedem Geschmack.

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Yasuke könnt ihr nach euren Ideen ausrüsten.

Das Kampfsystem selbst fühlt sich gut an, erfindet das Genre aber auch nicht neu. Ihr könnt unterschiedliche Angriffe ausführen, Attacken blocken und kontern, Hilfsmittel einsetzen, ausweichen, euch heilen oder auch auf spezielle Fähigkeiten zurückgreifen. Eure Gegner sind dabei unterschiedlich gut gerüstet und Naoe bzw. Yasuke machen ihren Stärken entsprechend schaden. Das Ganze macht Spaß, geht flott von der Hand und passt sehr gut zum gesamten Gameplay.

Mein größter Kritikpunkt ist am Ende die technische Umsetzung. Versteht mich nicht falsch, es ist toll zu sehen, wie so ein Titel auf der Switch 2 läuft und vor allem die Umsetzung am TV gefällt. Dennoch gibt es unzählige Kompromisse, die man eingehen muss.

Technische Aussetzer

Die Framerate ist alles andere als stabil, Gegenstände in der Umgebungt ploppen nur so auf (gerade zu Ross) und ich bin auf etliche Glitches gestoßen, durch welche ich samt Pferd in der Natur feststeckte. Alles ist vielleicht meckern auf hohem Niveau, gerade mit Blick auf ein Cyberpunk 2077 sieht Assassins Creed Shadows aber nicht ganz so beeindruckend aus. Lediglich die Filmsequenzen haben mich komplett abgeholt, da sie auch auf mobil genial aussehen.

Alles in allem ist Assassins Creed Shadows aber der Schritt in die richtige Richtung für die Reihe und als Switch 2-Nutzer muss der Titel einfach auf die Konsole gehören. Meine kritischen Perspektiven bleiben zwar am Ende, schmälern den Spielspaß mit Naoe und Yasuke aber auch nur bedingt.

Fazit: 8/10

Assassin’s Creed Shadows bewegt sich für die Reihe definitiv in die richtige Richtung. Die beiden Hauptfiguren Naoe und Yasuke wissen zu gefallen und vor allem ihre individuellen Stärken und Hintergrundgeschichten ergeben ein stimmiges Bild ab.

Die Spielwelt überzeugt zudem auf ganzer Linie, da euch wirklich interessante Orte mit kleineren Aufgaben erwarten und nicht wieder das Gefühl erzeugt wird, Fleißarbeit zu leisten. Gepaart mit dem actionreichen Kampfsystem und den vielen unterschiedlichen Fähigkeitsbäumen erwartet euch ein fantastisches Abenteuer.

Lediglich die Technik schwächelt am Ende, da die Framerate nicht gehalten werden kann und ihr immer wieder aufploppende Objekte antreffen werdet. Das stört am TV und mobil zwar, hindert euch aber nicht daran, ein fantastisches Spiel zu erleben, welches endlich wieder an alte Stärken anknüpft.

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