The Adventures of Elliot: The Millennium Tales
Eine offene Spielwelt, Dungeons mit großen wie auch kleinen Geheimnissen, eine breite Waffenauswahl mit Fähigkeiten, die sich auch außerhalb von Kämpfen einsetzen lassen – das alles klingt wie das neueste Zelda-Abenteuer, beschreibt jedoch Square Enix‘ The Adventures of Elliot: The Millennium Tale. Was das Action-Adventure zu bieten hat und ob es an Nintendos Aushängeschild heranreicht, klären wir im Test.
Elliot der Abenteurer
Die Story des Spiels dreht sich um den Abenteurer Elliot. Dieser wird vom König selbst einberufen, um den mysteriösen Umständen des Landes auf den Grund zu gehen, wobei er auf die Unterstützung von Prinzessin Heuria erhält. Diese schützt die Stadt mit einem mächtigen Zauber, als ihre Kräfte jedoch zu schwinden drohen, reist Elliot durch das ganze Land und sogar querbeet durch die Zeiten der Geschichte.
© Square EnixUnterstützt wird Elliot dabei von Wegbegleiterin Faie, einer kleinen Fee, die mit schlauen Sprüchen und wirkungsvollen Zaubern das Abenteuer bereichert. Insgesamt vier Zeitepochen darf das Duo bereisen und als Spieler erlebt man die Entwicklung der Spielwelt dadurch hautnah mit. Leider sind große Veränderungen nur in der einzigen Stadt im Spiel spürbar, weite Teile der offenen Umgebungen zeigen zwar von Epoche zu Epoche eigene Feinheiten, das Grundgerüst bleibt aber sehr ähnlich.
Action-Adventure mit gehörig Action
Den Kern des Spiels bietet die Erkundung der Spielwelt. Etliche Dungeons, Tempel, Höhlen, und Umgebungen warten nur darauf, erkundet zu werden. Dank einer übersichtlichen Karte verliert man wichtige Punkte nie aus dem Auge und spätere Erweiterungen eures Kompasses zeigen sogar noch mehr Details an, was das Komplettieren des Abenteuers gut möglich macht, ohne ewig nach neuen Schätzen zu suchen.

Ganz einfach ist Elliots Unterfangen aber nicht. An jeder Ecke warten sogenannte Biestlinge, hierbei handelt es sich um verschiedenste Monster, die im Kampf bezwungen werden müssen. Anfänglich nur mit Schwert und Schild bewaffnet, kann Elliot nach und nach auf Pfeil und Bogen, einen Hammer, einen Speer, Bomben und noch weitere Waffen zurückgreifen. Man kann es wohl Spielern nicht verübeln, wenn sie bei dieser Ausrüstung an die Zelda-Reihe denken…
Daneben dürft ihr aber auch auf die Fähigkeiten von Faie zurückgreifen. Aktiviert ihr ihre Magie, könnt ihr einen Feuerzauber entfachen, Sprinten oder auch eine Teleportation durchführen. Neben den regulären Waffen ergeben sich damit tolle Möglichkeiten, den Kampf zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Eine Fülle an Erweiterungen…
Damit nicht genug könnt ihr eure Waffen und Faies Zauber auch noch verbessern. Dazu finden sich in den vier Epochen Tempel und Dungeons mit zusätzlichen Herausforderungen. Neben erhöhter Angriffskraft bekommen vor allem Faies Zauber dadurch nochmals einen ordentlichen Auftrieb, wenn der verbesserte Sprint beispielsweise auch Schaden an Gegnern austeilt. Da vieles optional ist, ist die Jagd nach all den Verbesserungen bereits eine der tollen Nebenquests.
© Square EnixEbenso dürft ihr aber auch eure eigene Energieleiste verbessern. Wie in Nintendos Vorzeige-Reihe müsst ihr vier Fragmente finden, die zusammen einen neuen Energiecontainer ergeben. Zu finden sind diese in Dungeons, in einfachen Schatztruhen oder auch in Tempeln, die euch vor so manche Herausforderung stellen und dabei an die Schreine aus Breath of the Wild und Tears of the Kingdom erinnern.
An dieser Stelle enden die individuellen Anpassungen und Verbesserungen aber noch nicht. So darf Elliot bis zu drei Accessoires anlegen, die zusätzliche Fähigkeiten wie das Schweben während eines Sprungs aktivieren. Hinzu kommen magische Elemente, die mit euren Waffen kombiniert werden können. So nutze ich beispielsweise einen Buff für meinen Hammer, durch welchen Gegner explodieren und Schaden austeilen, sobald ich ich besiege. Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr ins Detail gehen, das würde den Rahmen jedoch sprengen. Lasst euch aber gesagt sein: The Adventures of Elliot bietet unfassbar viele optionale Gegenstände, Buffs und mehr.
…und Inhalten.
Inhaltlich bietet The Adventures of Elliot aber genau so viel. Neben der Hauptgeschichte und all den Sammelbände Extras gibt es auch klassische Nebenquests, die euch mehr und mehr in die Geschichte eintauchen lassen. Inhaltlich sind diese zwar meist seichte Kost, da ihr entweder einen Gegenstand finden oder Monster besiegen müsst, da sie aber voll in Englisch vertont sind begeistern sie dennoch. Leider kann man diese jedoch auch verpassen, was mir nicht bewusst war, wenn man mit der Story voranschreitet. Daher solltet ihr in euren Büchern stets prüfen, ob neue Nebenquests zur Verfügung stehen.
© Square EnixWollt ihr all das Genannte abklappern und erledigen, erwartet euch eine Spielzeit von 30 Stunden und mehr. Langeweile kommt dabei eigentlich nie auf, da gut platzierte Reisepunkte und knackige Ladezeiten dafür sorgen, dass alles fix erreicht werden kann. Zudem dürft ihr Gespräche auch überspringen, falls euch danach ist. Was mir am Ende so gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass ich auch nach etlichen Spielstunden immer wieder überrascht wurde. Entweder indem mich die Story abholte oder aber ich etwas in einem scheinbar normalen Dungeons fand, womit ich nicht gerechnet habe.
Technik und Multiplayer
Technisch brauche ich nicht viele Worte verlieren. Die Grafik ist wunderbar schön wie bereits die Octopath-Spiele und auch die musikalische Untermalung ist märchenhaft passend. Zudem ist die Steuerung eingängig, geht locker von der Hand und auch in hitzigen Kämpfen nicht zu überladen. Hinzu kommt die bereits erwähnten kurzen Ladezeiten, die lediglich beim Wechsel zwischen den Epochen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.
© Square EnixNicht unerwähnt lassen möchte ich noch, dass das Abenteuer auch kooperativ mit einem Partner gespielt werden kann. Der zweite Controller steuert dann Fee Faie, welche in ihrem Handeln zwar eingeschränkt ist, es fühlte sich mit einem Partner an der Seite aber noch etwas runder an, als wenn man selbst Elliot und Faie parallel im Blick behalten muss.
Fazit
Alles in allem ist The Adventures of Elliot: The Millennium Tale ein rundum gelungenes Abenteuer. Die Spielwelt weiß mit seinen unterschiedlichen Facetten zu gefallen, die Kämpfe gehen locker von der Hand und werden durch Bossgegner abgerundet und technisch ist das Abenteuer ohnehin eine gelungene Sache.
Zwar hätte es den vier Epochen gut getan, noch mehr Individualität zu bieten, denn vieles ist sich für meinen Geschmack etwas zu ähnlich. Das schmälert die Spielfreude durch die Fülle an Inhalten aber nur etwas, weshalb ich euch das Action-Adventure wärmstens empfehlen kann.
Positiv
- riesieges Abenteuer
- englische Sprachausgaben auch in Nebenquests
- viele Waffen und Zauber
- bietet immer wieder überraschende Momente
Negativ
- vier Epochen ähneln sich zu sehr
- Nebenquests vertragen mehr Tiefe

Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.
