Splatoon Raiders

Die Splatoon-Reihe war bislang bekannt, als Nintendos kindgerechte Antwort auf Multiplayer-Shooter wie Battlefield oder Call of Duty. Nun wurde das Konzept einmal auf Links gedreht und aus dem einstigen Mehrspielerschlachten entstand ein Singeplayer-Abenteuer, dass dank eigener Spielmechaniken und Ideen gefällt. Wo die Stärken von Splatoon Raiders liegen und an welchen Stellen noch etwas Farbe fehlt, lest ihr im Test.

Euer Kutter dient als Basislager und Ausgangspunkt.

Was ist Splatoon?

Zu Beginn eine Kurze Einführung dazu, was Splatoon eigentlich ist. Als Inkling seid ihr mit einer von unzähligen Waffen ausgestattet, die von einfachen Kanonen über Eimer und Pinsel bis hin zu Scharfschützengewehren reichen. Nintendos Kniff dabei: Statt mit Munition schießen die Inklinge mit Farbe aus ihrem Tank und besiegen nicht nur ihre Feinde damit, sondern färben auch die Umgebung ein.

Der Kampf gegen die Gegnerhorden muss gut geplant sein.

Das ist auch besonders wichtig, denn per Tastendruck verwandelt ihr euch in einen Tintenfisch, der überall dort, wo Farbe vorkommt, eintauchen kann. Das schützt nicht nur vor Feinden, sondern füllt gleichzeitig auch noch euren Munitionstank auf. Zudem seid ihr als Tintenfisch deutlich schneller und wendiger unterwegs, woraus sich gepaart mit den Shooter-Sequenzen ein spannendes Konzept ergibt. Und genau hierauf baut Splatoon Raiders auf.

Der Absturz und die Schatzsuche

Die Story des Spiels beginnt damit, dass die Mechanikern, also ihr, zusammen mit dem Gesangstrio Surimi Syndicate auf den Spiralit-Inseln abstürzt. Ohne sich dem Schicksal zu ergeben, wird natürlich ein Weg nach Hause gesucht und dabei werden allerlei Schätze geborgen, die die Inseln zu bieten haben.

Dabei stellen sich euch die einheimischen Salmoniden in den Weg. Von einfacheren, kleineren Kreaturen bis hin zu mächtigen Bossen ist die Auswahl groß und verlangt euch einiges ab. Zum Glückt steht euch immer ein Mitglied von Surimi Syndicate zur Seite, um in einem geheimnisvollen Roboter Platz zu nehmen, der ebenso Feuerkraft besitzt.

Die Bossgegner machen es euch nicht einfach.

Gemeinsam werden Strände, Lavahänge und Dungeons erkundet, wobei Erkundung nicht ganz zutrifft. Die meisten Level sind sehr schlauchartig gestaltet und bieten nur seltenst etwas Abwechslung, die den Entdeckerdrang ansprechen. Viel mehr stehen die Kämpfe und der Einsatz der eigenen Fähigkeiten im Fokus. Sucht ihr also eine offene Spielwelt, seid ihr hier fehl am Platz.

Anpassungen ohne Ende

Dafür bietet euch Splatoon Raiders eine schier riesige Menge an Anpassungsmöglichkeiten und Inhalten. Zum einen sind hier die Munitionstanks zu nennen. Jeder steht dabei für einen unterschiedlichen Spielstil, ihr könnt diese aber jederzeit frei auf eurem Basiskutter, also eurer Zentrale, austauschen. Eure Wahl bestimmt darüber, welche zusätzlichen Gimmicks ihr mitnehmen könnt. Bei diesen handelt es sich um Sekundwärwaffen wie Geschütztürme, zusätzliche Angriffe und Co.

Eure Waffen, Tanks und Gimmicks könnt ihr zudem aber auch noch verstärken und anpassen. So lassen sich nicht nur die Angriffsstärken optimieren, sondern könnt ihr auch zusätzliche Effekte wie eine optimierte Schussrate freischalten. Dadurch erhaltet ihr eine Menge Zugriff darüber, wie ihr eure Kämpfe angeht. Vor allem bei kniffligeren Bossen kann eine Optimierung eurer Ausrüstung über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Darüber hinaus steigt aber auch die Mechanikerin im Level auf und erlangt dadurch mehr und mehr an Stärke. Zudem könnt ihr aber auch euren Kutter ausbauen, was euch immer neue Möglichkeiten schafft, euch und eure Ausrüstung zu verbessern und genau hier setzt die größte Stärke von Splatoon Raiders an.

Eine gute Ausrüstung ist die halbe Miete.

Das Spiel bietet euch unfassbar viele Möglichkeiten, euren eigenen Spielstil zu finden. Ihr könnt als Nahkämpfer in die Schlachten ziehen, den passenden Tank samt Gimmicks anlegen und so ordentlich Schaden austeilen. Wollt ihr lieber aus der Ferne Schaden anrichten, bewaffnet euch mit einer entsprechenden Kanone und passt eure Ausrüstung so an, dass eure Sekundärwaffen euch schützen. Das Rumprobieren macht sehr viel Spaß, vor allem da ihr immer wieder neue Möglichkeiten der Optimierung freischaltet. Dadurch verliert man sich häufiger im Menü durch das Experimentieren, als man meint.

Im Multiplayer ein Hit?

Das Abenteuer lässt sich online und lokal sogar im Multiplayer erleben. Leider konnten wir diesen nicht im Team testen, da jeder Spieler eine Version des Spiels benötigt. Dafür war es jedoch möglich, einem fremden Spieler online zur Hilfe zu eilen, um ein Level gemeinsam abzuschließen. Auch ihr dürft bei kniffligeren Passagen nach Helfern Ausschau halten, was ein tolles Feature ist. Wieso man sich jedoch gegen GameShare entschieden hat, ist fraglich, da dies meiner Meinung nach das Naheliegendste gewesen wäre.

Technisch braucht sich Splatoon Raiders nicht verstecken. Die Ladezeiten sind kurz, das Gameplay kommt trotz der Fülle an Dingen ohne Ruckler aus und insgesamt geht alles locker von der Hand. Der quietschige Splatoon-Sound ist ebenso mit dabei, sodass Fans der Reihe voll auf ihre Kosten kommen werden. Der Schwierigkeitsgrad war am Ende der größte Dämpfer, da dieser sehr an die riesige Menge an Feinden gekoppelt ist, die euch erwarteten. Dennoch gibt es von uns eine klare Empfehlung, wenn ihr das Franchise mögt und schon immer in eine echte Splatoon-Singleplayer-Kampagne starten wolltet.

Fazit

Splatoon Raiders hat mir genau das gegeben, was ich erhofft habe: Eine tolle Singleplayer-Kampagne im Splatoon-Universum. Das gewohnte Gameplay funktioniert tadellos und die Missionen machen unheimlich viel Spaß. Das liegt vor allem an den vielen Möglichkeiten, sein ganz eigenes Vorgehen dank der unzähligen Individualisierungen zu schaffen.

Die fehlende GameShare-Einbindung wirft jedoch Fragen auf, da es nichts besseres geben könnte, als einen befreundeten Spielpartner als Unterstützung dazu zu holen, auch wenn dieser das Game nicht besitzt. Ebenso ist es schade, dass euch Stellenweise einfach unzählige Gegner vor die Füße (wortwörtlich) geworfen werden, um Herausforderungen zu schaffen.

Trotz der Kritik bekommt ihr aber eine Runde Sache abgeliefert, weshalb nicht nur Splatoon-Veteranen einen Schritt ins Abenteuer wagen dürfen.

Test

Positiv

  • tolle Singleplayer-Erfahrung
  • unzählige Anpassungen
  • eingängiges Gameplay
  • klassischer Splatoon-Sound

Negativ

  • zu giele Gegnerhorden
  • fehlende GameShare-Einbindung
8 / 10
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