Nicktoons & The Dice of Destiny
Manche Spiele holen einen nicht wegen ihrer technischen Raffinesse ab, sondern wegen des Gefühls, das sie auslösen. Nicktoons & The Dice of Destiny gehört genau in diese Kategorie. Schon beim Start wird klar: Dieses Spiel will keine realistische Fantasy erzählen oder ein komplexes Rollenspiel simulieren. Es will Spaß machen, bekannte Figuren zusammenbringen und klassische RPG-Elemente in ein leicht zugängliches, humorvolles Abenteuer verpacken.
Für mich war es weniger ein klassisches Action-RPG als vielmehr eine Reise zurück in die Welt der Nickelodeon-Serien, die viele von uns begleitet haben. SpongeBob, Patrick, weitere bekannte Gesichter – sie alle werden hier Teil eines Abenteuers, das sich selbst nicht allzu ernst nimmt, aber genau darin seine Stärke findet.
Wenn Kindheitshelden plötzlich Würfel werfen
Die Story von Nicktoons & The Dice of Destiny ist bewusst einfach gehalten. Eine mysteriöse Bedrohung bringt verschiedene Nickelodeon-Welten durcheinander, und unsere bekannten Helden geraten wider Willen in ein Abenteuer, das stark an klassische Pen-and-Paper-Rollenspiele erinnert. Würfel, Klassen, Ausrüstung und Spezialfähigkeiten spielen eine zentrale Rolle – allerdings immer mit einem Augenzwinkern.
Das Spiel erzählt seine Geschichte vor allem über kurze Zwischensequenzen, Dialoge und den typischen Humor der Serien. Es geht weniger um große emotionale Wendepunkte als um Situationskomik, absurde Einfälle und das Zusammenspiel der Figuren. Wer tiefes Storytelling erwartet, wird hier nicht fündig – wer jedoch Lust auf eine locker erzählte Rahmenhandlung hat, fühlt sich schnell abgeholt.
© Petit Fabrik / Fair Play Labs / GameMill EntertainmentDie Geschichte beginnt mit einem mysteriösen Würfelartefakt, dem titelgebenden Dice of Destiny, das Welten aufbricht und bekannte Nickelodeon-Figuren in fantastische, fantasy-getränkte Versionen ihrer Serienumgebungen katapultiert. Hier trifft man auf SpongeBob im Rittergewand, Timmy Turner mit seinen Feen oder Katara als magiebegabte Heilerin, die zusammen durch verrückte Umgebungen wie “Bikini Bottomshire” oder ein Ninja-Kanalnetz voller Rätsel und Gegner reisen
Eine Geschichte, die nicht kompliziert sein will
Der erzählerische Fokus ist leicht und humorvoll, getragen von Dialogen und Momenten, die vor allem Fans wiedererkennen und schmunzeln lassen sollen. Tiefgreifende Motive oder emotionale Wendungen sucht man hier bewusst vergebens – was aber auch gut zum Stil des Spiels passt, das eher ein dynamisches Crossover-Fantasy-Setting als eine komplexe Narrative bieten will
Spielerisch bewegt sich Nicktoons & The Dice of Destiny im Bereich eines zugänglichen Action-RPGs. Man steuert seinen Charakter aus der Iso-Perspektive durch verschiedene Areale, bekämpft Gegner in Echtzeit, sammelt Loot und verbessert nach und nach seine Werte. Wobei die anderen Charaktere, die nicht gespielt werden, mit leveln, welches ein Wechsel der Charaktere flexibler macht.
© Petit Fabrik / Fair Play Labs / GameMill EntertainmentDie Steuerung ist simpel und intuitiv. Angriffe, Spezialfähigkeiten und Ausweichmanöver gehen schnell von der Hand, wodurch das Spiel auch für jüngere Spieler oder Genre-Einsteiger gut geeignet ist. Gleichzeitig fehlt es erfahrenen Spielern stellenweise an Tiefe, da sich viele Kämpfe ähnlich anfühlen und taktische Optionen begrenzt bleiben.
Farbenfroh, laut und eindeutig Nickelodeon
Optisch setzt Nicktoons & The Dice of Destiny voll auf Wiedererkennung. Die Charaktere sind stilgetreu umgesetzt, die Umgebungen bunt, verspielt und voller kleiner Details, die Fans der Serien schmunzeln lassen. Animationen sind bewusst überzeichnet, Effekte knallig – genau so, wie man es von einem Nicktoons-Crossover erwartet.
© Petit Fabrik / Fair Play Labs / GameMill EntertainmentAuch der Sound fügt sich gut ein. Bekannte Stimmen, passende Musik und zahlreiche Soundeffekte sorgen für eine lebendige Atmosphäre. Technisch bleibt das Spiel solide, wenn auch nicht herausragend. Kleinere Ruckler oder wiederholende Animationen können auftreten, fallen aber im Gesamtbild nicht stark ins Gewicht.
So charmant das Spiel ist, es hat klare Grenzen. Die Kämpfe werden auf Dauer repetitiv, da Gegnertypen und Angriffsmuster sich häufig wiederholen. Auch das Würfelsystem, das anfangs frisch wirkt, verliert mit der Zeit etwas von seinem Reiz, da es spielerisch nur begrenzt variiert.
Zudem richtet sich das Spiel sehr stark an ein jüngeres oder eher casual-orientiertes Publikum. Wer ein tiefgehendes Rollenspiel oder anspruchsvolle Action erwartet, könnte sich unterfordert fühlen. Die Geschichte bleibt oberflächlich, Charakterentwicklung findet eher spielmechanisch als erzählerisch statt.
Fazit: 07/10
Nicktoons & The Dice of Destiny ist kein tiefes, komplexes Action-RPG – und das will es auch nicht sein. Was es schafft, ist ein charmantes, farbenfrohes Abenteuer, das nostalgische Charaktere aus kultigen Nickelodeon-Serien mit zugänglichen RPG-Elementen verbindet. Die liebevolle Umsetzung, der Spaß im lokalen Koop und die gelungenen ästhetischen Details machen es vor allem für ein jüngeres Publikum oder Nostalgiker zu einem unterhaltsamen Erlebnis.
Die kurze Spielzeit, die einfache Mechanik und die eher oberflächliche Story dämpfen den Gesamteindruck zwar etwas, doch im Kern bleibt ein familienfreundlicher Titel, der gerade Fans der 2000er-Helden unterhält.


Begonnen hat Gunter seine Gamingerfahrung mit Tetris auf dem ersten Gameboy. Im Laufe der Zeit und der verschiedenen Handhelden entwickelte sich eine Liebe für Pokèmon. Während seines Studiums kamen viele Indiegames, wie The Binding of Isaac oder Dead by Daylight dazu, die noch heute in vielen Stunden gespielt werden. Heute wird alles gezockt, von Triple A bis zum Indiegame, worauf er Lust hat.
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