Deathbulge: Battle of the Bands

Neben unzähligen AAA- und AA-Games, die dieses Jahr erschienen sind, erblickte auch Deathbulge: Battle of the Bands das Licht der Gaming-Welt auf der Nintendo Switch 2. Auf Steam liegen die Bewertungen des Indie-Games bei „sehr positiv“. Ob es auch auf der Nintendo-Konsole überzeugen kann, verrate ich euch jetzt.

Ein Comedy-Feuerwerk für Lesefreunde (und Englisch-Profis)

„Deathbulge: Battle of the Bands“ schickt euch als knallbuntes, rundenbasiertes Indie-RPG in eine Welt voller rasanter Beats, legendärer Singfische, hochgezüchteter Muskel-Wälder und herrlich flacher Wortspiele. Egal ob ihr Dan Martins Webcomics schon lange feiert oder das schräge Trio Faye, Briff und Ian wie ich erst jetzt entdeckt: Das Spiel funktioniert als eigenständiges Comedy-Abenteuer, das euch kein Vorwissen zu den Comics abverlangt. Allerdings solltet ihr einerseits gutes Englisch beherrschen – eine deutsche Übersetzung gibt es nämlich nicht – und andererseits viel Leselust mitbringen. Denn Deathbulge spielt sich streckenweise wie ein interaktiver, animierter Comic, der vielleicht auch deswegen keine Vertonung benötigt.

Ein Gig auf Leben und Tod

In Deathbulge schlüpft ihr in die Rolle eines Musikertrios bestehend aus Faye, Briff und Ian. Die drei jammen gemeinsam in der Musikerstadt Bopstead, dem perfekten Ort, um Anmeldungen für den 100. Bandwettbewerb zu sammeln. Ein Sieg würde die Popularität der Truppe steil nach oben katapultieren, schließlich winkt eine Tour mit Pokalyps, der größten Dämonen-Metal-Band aller Zeiten. Die Sache hat nur einen klitzekleinen Haken: Ein magischer Fluch verleiht allen Teilnehmenden die Fähigkeit, buchstäblich mit der Kraft der Musik zu kämpfen und zu heilen. Allerdings zwingt er sie auch dazu, beim Contest gegeneinander bis zum Tod anzutreten.

Takt und Taktik

Das rundenbasierte Kampfsystem erfindet das Rad zwar nicht völlig neu, bringt aber frischen Wind ins Genre. Der Kampfablauf wird über Aktionsleisten gesteuert, die in vier Abschnitte unterteilt sind. In jeder Runde wandert der Marker des aktiven Bandmitglieds durch diese Segmente. Hier kommen Buffs und Debuffs ins Spiel: Mit „Spinnennetzen“ verlangsamt ihr zum Beispiel Gegner, während euch „Haste“-Effekte in eurer Aktionsleiste mehrere Runden hintereinander schenken, bevor der Feind überhaupt reagieren kann.

Euer Toolkit besteht aus „Beats“ (Angriffen), „Patches“ (passiven Perks) und „Mods“ (Klassen-Skills), die sich frei für Faye, Briff und Ian kombinieren lassen. Ein Klassenwechsel ist dabei recht simpel: Ihr tauscht einfach das Modul im Class-Slot aus. Wer zudem mehrere Mods derselben Klasse ausrüstet, spart die Hälfte an „Hype“. Hype ist die zentrale Ressource für Spezialangriffe.

© Five Houses LLC / Deathbulge
Das rundenbasierte Kampfsystem mit Buffs und Debuffs

Im weiteren Spielverlauf erlangt ihr durch „Performances“ gewaltige, bandweite Angriffe. Diese Jam-Sessions machen nicht nur riesigen Spaß, sondern können euch auch retten, wenn ihr im Kampf in die Enge getrieben werdet. Sie haben vier Effekte auf eure „Measures“ und einen allgemeinen Effekt auf eure Aktionsleiste. Setzt ihr das zum Beispiel bei Briff ein, winken deutlich verbesserte Heil-Buffs. Allerdings hätte ich mir gewünscht, die Performances öfter nutzen zu können. Um eine dieser ultimativen Fähigkeiten auszulösen, müsst ihr in einem einzigen Kampf 100 Glam generieren. Die meisten meiner Kämpfe waren vorbei, bevor ich sie einsetzen konnte. Auch wenn das Kampfsystem auf dem Papier zwar erstmal kompliziert klingt, geht es in der Praxis recht flott in Fleisch und Blut über.

Fulminante Side-Gigs

© Five Houses LLC / Deathbulge
Die Side Gigs sind witzig und bringen tolle Belohnungen

In Deathbulge könnt ihr quasi jede Tür eintreten. Neben Belohnungen wie einer höheren Inventarkapazität stoßt ihr auf diesem Weg auch auf einige humorvolle Nebenquests, die Side-Gigs. So helft ihr beispielsweise der Drummer-Spinne Eggie dabei, durch neue Drumming-Skills die angebetete Spinnendame Widney zu beeindrucken. Oder ihr bekämpft die aufgeblähten Egos verstorbener Musiker, um ihre Seelen endlich zu befreien. Belohnt werdet ihr in der Regel mit neuen Mods für eure Charaktere. Die Side-Gigs haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht und lohnen sich, nicht nur wegen der coolen Belohnungen, sehr.

Fazit

Deathbulge: Battle of the Bands war für mich eines der Indie-Highlights dieses Jahres. Das Spiel lief bei mir sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus jederzeit flüssig. Die comicartige Welt ist herrlich absurd und versprüht dabei jede Menge Charme. Es macht einfach Laune, Türen einzutreten, neue Builds auszuprobieren und dem exzellenten Soundtrack zu lauschen. Für Lesefreunde mit guten Englischkenntnissen eine absolute Empfehlung!

Test

Positiv

  • abgedrehter Humor
  • erfrisches Kampfsystem
  • vielfältige Builds
  • unterhaltsame Side Gigsk

Negativ

  • fehlende deutsche Übersetzung
  • Glam-Mechanik schwer nutzbar
9 / 10
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