Once Upon A Katamari

Katamari ist eine dieser Reihen, die man nicht erklären kann, ohne dabei ein wenig albern zu klingen. Man rollt Dinge auf, wird größer, rollt größere Dinge auf, während schräge Musik läuft und der König des Kosmos Unsinn redet. Once Upon A Katamari markiert nun die Rückkehr der Serie mit einem neuen Haupttitel auf der Nintendo Switch – und setzt dabei klar auf Vertrautheit statt Neuerfindung.

Die Erwartungen waren hoch: Fans warten seit Jahren auf ein neues Katamari, und gleichzeitig ist das Grundkonzept so speziell, dass jede Veränderung auch ein Risiko darstellt. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sehr genau weiß, was es sein will – und was nicht.

Gameplay: Bewährtes Rollen mit kleinen Variationen

Am Kern des Gameplays hat sich wenig geändert. Ihr steuert den Prinzen, rollt euren Katamari durch die Gegend, sammelt Objekte ein und wachst stetig. Das bekannte Dual-Stick-Steuerungsschema bleibt erhalten und fühlt sich für Serienkenner sofort vertraut an – für Neueinsteiger dagegen weiterhin etwas sperrig.

Neu ist der Rahmen: Once Upon A Katamari schickt euch durch verschiedene Zeitepochen. Diese liefern visuelle Abwechslung und thematische Gags, ändern aber nichts am grundlegenden Ablauf. Ergänzt wird das Ganze durch Power-Ups wie Magnete oder kurze Boosts, die situativ helfen, aber das Spielgefühl nicht grundlegend verändern. Es bleibt Katamari durch und durch.

© Bandai Namco Entertainment / Nintendo / Monkeycraft
Bunt, chaotisch und verrückt. Kurzum: Typisch Katamari!

Die Level sind abwechslungsreich gestaltet und greifen die Zeitreise-Idee kreativ auf. Vom historischen Setting bis zu moderneren Umgebungen ist vieles dabei. Gleichzeitig sind viele Missionen stärker zielorientiert als in den frühen Klassikern. Das sorgt für mehr Struktur, nimmt dem Spiel aber stellenweise auch etwas von seiner spielerischen Freiheit.

Besonders in engeren Arealen kann das Leveldesign frustrieren. Hier zeigt sich schnell, wie empfindlich das Zusammenspiel aus Steuerung, Kamera und Umgebung ist – ein Problem, das Katamari seit jeher begleitet.

Steuerung & Kamera: Serien-DNA mit Ecken und Kanten

Die Steuerung ist absichtlich eigenwillig und gehört zur Identität der Reihe. Wer Katamari kennt, wird sich schnell wieder zurechtfinden. Wer neu einsteigt, braucht Geduld. Die größte Schwäche bleibt jedoch die Kamera: Gerade bei größeren Katamaris oder in engen Levels verliert man schnell die Übersicht, was zu unnötigen Fehlern führen kann.

Das ist kein neues Problem, wirkt 2025 aber weniger verzeihlich als früher – gerade auf einer Plattform wie der Switch, die oft auch im Handheld-Modus genutzt wird.

© Bandai Namco Entertainment / Nintendo / Monkeycraft
Für Katamari-Anfänger gibt es zum Glück auch einen vereinfachten Modus.

Optisch bleibt Once Upon A Katamari dem typischen Stil treu: bunt, schrill, bewusst simpel. Technisch ist das kein Aushängeschild, stilistisch aber unverkennbar Katamari. Der Humor sitzt, die Charaktere sind so überzeichnet wie eh und je, und der König des Kosmos ist weiterhin ein wandelnder Monolog.

Der Soundtrack gehört erneut zu den größten Stärken. Die Musik ist verspielt, schräg und extrem eingängig – genau das, was man von Katamari erwartet. Sie trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei und kaschiert auch kleinere spielerische Schwächen.

© Bandai Namco Entertainment / Nintendo / Monkeycraft
Die Cutscenes und die Zeitreise sind simpel aber witzig anzusehen.

Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel größtenteils stabil, allerdings nicht makellos. In späteren Phasen, wenn der Katamari sehr groß wird, kann es zu leichten Framerate-Einbrüchen kommen. Das Spiel bleibt jederzeit spielbar, wirkt aber nicht immer optimal optimiert.

Für ein Spiel, das stark auf präzise Bewegung angewiesen ist, fallen diese Schwächen leider ziemlich schwer ins Gewicht.

Multiplayer nur Online

Ein Online-Modus ist vorhanden, bleibt aber eher ein Bonus als ein echtes Kaufargument. Der Fokus liegt klar auf dem Singleplayer-Erlebnis. Couch-Multiplayer oder langfristige Mehrspieler-Motivation stehen hier nicht im Vordergrund.

Das ist sehr schade, da gerade ein Couch-Koop auf den heutigen (deutlich größeren) Fernsehern diesen Titel durchaus zu einer Mario-Kart-Partyalternative befördern könnte.

Fazit: 7/10

Once Upon A Katamari ist eine liebevolle Rückkehr einer Kultreihe, die genau weiß, was ihre Fans erwarten. Das Spiel liefert vertrautes Gameplay, einen großartigen Soundtrack und jede Menge absurden Charme. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass einige alte Probleme – vor allem Kamera und Steuerung – nie wirklich gelöst wurden.

Für Fans ist das hier ein klarer Pflichtkauf: Es ist modernes Katamari, ohne seine Identität zu verlieren. Neueinsteiger sollten sich jedoch bewusst sein, dass das Spiel wenig erklärt, wenig verzeiht und stark auf Serienkenntnis baut. Kurz gesagt: Ein gutes Katamari-Spiel – aber eher eine Hommage an die Vergangenheit als ein Schritt in die Zukunft.

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