Captain Tsubasa 2: World Fighters
Auch wenn ich selbst nie Fußballer war oder mich für Fußball interessiert habe, denke ich gerne an die Fußball-Nachmittage auf RTL2 zurück. Neben den Super Kickers lief auch Captain Tsubasa rauf und runter, weshalb ich mich ganz besonders auf den Nintendo Switch 2-Release von Captain Tsubasa 2: World Fighters gefreut habe. Was dieses bietet, erfahrt ihr im Test.
(K)ein Fußball-Spiel, wie man es kennt
Captain Tsubasa 2: World Fighters hebt sich klar von anderen Fußball-Simulationen ab, weshalb ihr alles, was ihr bereits wusstet und konntet, über Bord werfen dürft. Vielmehr fühlt sich das Gameplay wie eine Art Mario Strikers an, wenn man mit Tsubasa oder einer selbst erstellten Figur über den Platz hechtet, Gegner takelt oder platzierte Schüsse abgibt.
Sobald ihr euren eigenen Charakter aus unzähligen Anpassungsoptionen erstellt habt, könnt ihr die Story des Spiels erleben. Dabei trefft ihr auf bekannte Gesichter des Tsubasa-Universums und schlängelt euch von Fußballspiel zu Fußballspiel. Zwischendurch folgen einige Zwischensequenzen, die durch die Story führen. Zudem könnt ihr zusätzliche Episoden erleben, die euch noch mehr Hintergrundinfos bieten. Auf ihre Kosten kommen hierbei jedoch nur Fans der TV- und Buch-Vorlage.

Gameplay als Kern des Spiels
Das Gameplay ist am Ende der Kern des Geschehens. Auf dem Fußballplatz bewegt ihr euch frei, spielt Pässe, stibitzt den Ball des Gegners und müsst natürlich Tore schießen. Dabei ist das Spielgefühl aber definitiv kein bekanntes, da es sich keineswegs wie ein neuer FC-Ableger anfühlt.
Viel mehr ist es eine Art Mario Strikers, denn Gegner werden regelrecht umgehauen, wenn man den Ball will. Der Schiedsrichter wirkt bei all dem eher wie ein Zuschauer, da er in das Geschehen nicht eingreift. Hinzu kommen spezielle Fähigkeiten wie der Tigerschuss, die dem Ganzen dann auch den letzten Realismus nehmen, was aber auch nicht das Ziel des Spiels ist.

Und ich muss sagen: Das macht trotzdem Spaß. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Fähigkeiten. So kommen nämlich nicht nur Spezialschüsse zum Einsatz, sondern auch Taklings und andere Manöver, die dem Gameplay Abwechslung verleihen. Wirklich störend ist am Ende lediglich der Torhüter. Dieser hat nämlich eine Ausdaueranzeige. Erst sobald diese über einen bestimmten Wert geleert wurde, landen eure Bälle auch im Netz.
Das wäre am Ende nicht wirklich schlimm, wenn sich das alles etwas natürlicher anfühlen würde. Gutes Teamspiel, platzierte Pässe und ein gewaltiger Schuss kommen aber am Ende nicht zum Ziel, wenn der Torwart noch ausreichend Ausdauer hat. Das deprimiert durchaus und nimmt dem Gameplay eine ganze Menge Geschwindigkeit und Spielspaß.
Mehr Spaß im Multiplayer
Neben dem Storymodus könnt ihr euch auch im Training versuchen oder noch besser: Gegen reale Gegner im Multiplayer austoben. Das hebt den Spielspaß nochmals deutlich, da die Kritik am Torwart durch den realen Kontrahenten weniger ins Gewicht fällt. da ihr den Mehrspieler-Modus sogar online ausprobieren dürft, steht hitzigen Gefechten nichts im Wege.
Technisch bekommt ihr zudem eine grundsolide Darbietung, die genau so gut der nächste Anime sein könnte. Die Charaktere sind toll getroffen und bekannte Gesichter sind exakt umgesetzt. Zudem bekommt ihr soundtechnisch passende Klänge geboten, die das Fußball-Fest nur nochmals untermauern. Hervorzuheben sind die Animationen, welche kinematisch überzeugen und zur Serienvorlage passen.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass es allerlei freischtbare Extras gibt. Das fördert den Spielspaß und die Spielzeit nochmals ordentlich, auch wenn es sich hauptsächlich um kosmetische Items wie neue Bälle handelt.
Fazit
Captain Tsubasa: World Fighters ist ein solides Spiel, welches sich aber vor allem an Fans der TV- und Buchvorlagen richtet. Das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern macht nämlich nur Fans genug Spaß, um die gesamte Story zu erleben.
Das Gameplay selbst trägt das Spiel nämlich nicht von allein, was vor allem an der nervigen Ausdaueranzeige des Torhüters liegt. Dafür überzeugt der Mehrspieler-Modus lokal und online, was die Langzeitmotivation nochmals fördert.
Positiv
- Wiedersehen mit bekannten Gesichtern
- spaßiger Multiplayer
- wildes Gameplay
Negativ
- gute Spielzüge werden nicht belohnt
- Ausdauer des Torhüters nervt
- nur Fans kommen auf ihre Kosten

Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.
