Crushed in Time

Promotional game cover for 'Crushed On Time': a quirky inventor with a long nose and goggles points forward, with a dapper henchman against a teal, techy background.

Manchmal startet man ein Spiel und weiß nach wenigen Sekunden schon, dass es etwas Besonderes ist. Genau dieses Gefühl hatte ich gleich bei meinem ersten Start von Crushed in Time.

Schon das Hauptmenü wirkt wie der Einstieg in einen Pixar Film. Die Musik ist harmonisch, die Atmosphäre ist warm und alles wirkt mit viel Liebe zum Detail gestaltet und anstatt direkt ins Abenteuer geworfen zu werden, beginnt die Reise in einem Entwicklerstudio. Im Hintergrund hört man Stimmen diskutieren und arbeiten, als würde man einen Blick hinter die Kulissen der Spielentwicklung werfen. Doch lange bleibt man dort nicht.

Was unserem Duo hier wohl bevorsteht?

Mit bekannten Detektiven unterwegs

Wenig später wird man direkt in die eigentliche Geschichte gezogen und landet auf einer Straße in London. In einem Haus, in besagter Straße, steht niemand Geringeres als Dr. John Watson. Kurz darauf klingelt es an der Tür. Watson öffnet, nimmt einen Brief entgegen und wird vom Briefträger herzlich umarmt. Durch die Tür sieht man zunächst nur einen Schatten, doch Watson macht die Situation direkt deutlich. Schon in den ersten Minuten merkt man, dass Crushed in Time seinen eigenen Humor besitzt und sich nicht immer ganz ernst nimmt.

Gespielt wird aus der Perspektive von Sherlock Holmes und seinem treuen Kollegen Dr. Watson. Die Steuerung mit der Maus funktioniert dabei angenehm einfach. Schnell wird auch klar, dass der Fokus des Spiels nicht auf schnellen Reaktionen liegt, sondern auf kleinen Rätseln und cleveren Kombinationen. Besonders gefallen haben mir die vielen Interaktionsmöglichkeiten. Fast jeder Gegenstand scheint irgendeinen Zweck zu haben oder zumindest einen kleinen Kommentar auszulösen. Dadurch macht das Erkunden der Umgebung überraschend viel Spaß.

Abwechslungsreiche Rätselkost

Bei den Rätseln hatte ich schnell das Gefühl, dass Crushed in Time weniger auf komplizierte Denkaufgaben setzt, sondern vielmehr auf Beobachtungsgabe und Kombinationsfähigkeit. Oft musste ich verschiedene Gegenstände, Figuren oder Aktionen miteinander verknüpfen, bevor sich eine Lösung ergeben hat. Gerade das hat mir gut gefallen, weil ich dadurch regelmäßig das Gefühl hatte, selbst auf die richtige Idee gekommen zu sein, anstatt einfach nur offensichtlichen Hinweisen zu folgen.

Kleinere Tipps helfen euch bei des Rätsels Lösung.

Zusätzlich sorgen kleinere Zeitmechaniken immer wieder für Abwechslung. Manche Rätsel verlangen nicht nur die richtige Idee, sondern auch das passende Timing oder die Zusammenarbeit zwischen Sherlock Holmes und Dr. Watson. Dadurch wirken die Aufgaben angenehm abwechslungsreich und gehen über klassische Point-and-Click-Rätsel hinaus.

Ein Beispiel dafür war ein Gemälde, das umgestoßen werden musste. Dafür musste ich zunächst Dr. Watson in Position bringen und anschließend Sherlock Holmes dazu bringen, so kräftig zu niesen, dass am Ende beide Aktionen zusammen die Lösung ergaben und das Gemälde umfiel. Solche Momente sorgen regelmäßig für Erfolgserlebnisse und kleine Lacher.

Wer einmal nicht weiterkommt, kann sich über das Tippsystem helfen lassen. Die Hinweise in einem zusätzlichen Menüpunkt geben genug Unterstützung, ohne die Lösung direkt zu verraten. Es ist möglich, die Tipps nacheinander anzuklicken und einzeln freizuschalten. Einige kleinere Rätsel verzichten allerdings komplett auf Tipps. Das kann kurzfristig etwas frustrierend sein, motiviert aber gleichzeitig dazu, selbst weiter nachzudenken.

Einmal quer durch die Zeit

Im weiteren Verlauf macht das Spiel seinem Namen alle Ehre. Durch eine mysteriöse Maschine werden Sherlock Holmes und Dr. Watson plötzlich durch die Zeit geschleudert und landen in einer Welt namens Alpha 0.1. Was genau dahinter steckt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn genau dort beginnt die eigentliche Geschichte. Und genau an dieser Stelle ist mir auch der erste kleinere Fehler aufgefallen.

Während einer Zwischensequenz wurden manche Dialoge auffällig früh abgeschnitten. Die Sprecher beendeten ihre Sätze nicht vollständig, als würde jemand die letzten Silben einfach verschlucken. Es erinnerte ein wenig an ein Telefonat mit schlechter Verbindung. Nichts Spielentscheidendes, aber definitiv etwas, das mir aufgefallen ist.

Eine Spielwelt im Wandel

Nachdem die Rätsel rund um Lady Emma und einen mysteriösen Schlüssel gelöst wurden, ging die Reise weiter nach Alpha 0.2. Dort wird schnell klar, dass die Suche nach dem geheimnisvollen Emmet Placeholder noch lange nicht vorbei ist. Um ihn zu finden, müssen sich Holmes und Watson Schritt für Schritt bis zur Version 1.0 durchkämpfen. Und das ist auch der Moment, bei dem Crushed in Time seine größte Stärke zeigt.

Viele der Geschehnisse sind einfach nur kreativ.

Das Spiel macht die Entwicklung von Videospielen selbst zum Abenteuer. Anstatt einfach nur durch verschiedene Zeitepochen zu reisen, bewegt man sich durch unterschiedliche Entwicklungsstadien einer Software. Plötzlich werden Bugs, Codefragmente und unfertige Spielwelten Teil des Gameplays. Man bekommt einen kleinen Einblick darin, wie viel Arbeit und Programmierung hinter einem fertigen Spiel steckt. Die Idee ist nicht nur kreativ, sondern kann auch für den ein oder anderen Spieler echt lehrreich sein.

Ein nicht fehlerfreier Test

Natürlich verlief mein Test nicht komplett fehlerfrei. Im weiteren Spielverlauf traten erneut kleinere Soundprobleme auf. Besonders Dr. Watson schien sich manchmal nicht entscheiden zu können, wann er mit seinen Sprachaufnahmen aufhören sollte. Nachdem ich ihn in einem Abschnitt mehrfach bewegen musste, wurden einige seiner Geräusche dauerhaft abgespielt und wiederholten sich ständig im Hintergrund. Auch dieser Fehler war nicht spielzerstörend, sorgte aber für einige unfreiwillig komische Momente.

Die Reise durch die verschiedenen Entwicklungsstufen eines Spiels hat mich dafür umso mehr beeindruckt. Von einfachen 4- oder 8-Bit-Umgebungen bis hin zu immer komplexeren Welten bekommt man einen spannenden Eindruck davon, wie aus einer Idee Stück für Stück ein fertiges Spiel entsteht.

Leider stieß ich gegen Ende meines Tests auf einen Bug, der tatsächlich den Fortschritt blockierte und ein Weiterspielen unmöglich machte. Ich gehe jedoch davon aus, dass solche Probleme zeitnah behoben werden und das wäre wichtig. Denn hinter den kleinen technischen Fehlern steckt ein unglaublich kreatives und charmantes Spielkonzept. 

Fazit

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Welten sind clever umgesetzt, die Rätsel abwechslungsreich und die Dialoge zwischen Holmes und Watson sorgen regelmäßig für unterhaltsame Momente. Vor allem jüngere Spieler dürften viel Freude an den Figuren haben, aber auch Erwachsene werden an vielen Stellen schmunzeln müssen.

Atmosphäre, Musik, Humor und die kreative Grundidee machen das Spiel zu etwas ganz Besonderem. Die vorhandenen Bugs kosten momentan noch ein wenig Wertung, aber das Fundament stimmt. Sollte das Entwicklerteam diese Probleme bis zum Release beheben, könnte hier ein wirklich einzigartiges Abenteuer entstehen.

Test

Positiv

  • kreative Spielidee
  • abwechslungsreiche Rätsel
  • stimmungsvolle Atmosphäre

Negativ

  • Soundprobleme
  • einige Dialogfehler
  • Bug blockiert Spielfortschritt
8 / 10
Entdecke weitere Beiträge → PC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert