Star Fox
Bitte einmal Platz nehmen, denn der Arwing steht schon bereit. Nach beinahe dreißig Jahren spendierte uns Nintendo vor wenigen Tagen mit Star Fox ein Remake des N64-Klassikers Lylat Wars und ich verrate im Test, warum nur Kenner des Originals vollends auf ihre Kosten kommen.
Zurück im Lylat System
Die Geschichte von Star Fox lässt euch die Kontrolle über den namensgebenden Hauptcharakter Fox McCloud übernehmen, welchen ihr zusammen mit seinem Team Falco Lombardi, Slippy Toad und Peppy Hare durch das Lylat System begleitet. Der einst verbannte Schurke Andross sorgt im gesamten Universum für Angst und Zerstörung, weshalb unsere Söldnertruppe dazu angeheuert wird, dem Ganzen auf den Grund zu gehen, um den Frieden wieder herzustellen.
© NintendoDabei kommt eine der größten, wenn nicht sogar die beste, Neuerung zu Tage. Im Vergleich zum Original aus den 90ern wurde Star Fox mit etlichen, filmreifen Zwischensequenzen versehen, die die Geschichte rund um das Team wie auch um Fox‘ Vater James auf wunderbare Weise erzählen. Es steckt eine ganze Menge Liebe zum Original im Detail, wenn neckische Bemerkungen in die Gespräche einfließen und das Ganze sogar mit deutscher Sprachausgabe. Hier wurde vorbildliche Arbeit geleistet und bietet auch für Kenner des Originals eine Menge.
Im Kern ein Rail-Shooter
Das Spielprinzip selbst ist ein Rail-Shooter. Von Planet zu Planet fliegt ihr mit dem Arwing eine vorgebende Strecke und zerstört feindliche Flugschiffe, riesige Roboter, Asteroiden und noch vieles mehr. Abwechslungsreich wird es, wenn ihr in bestimmten Leveln plötzlich Platz im Landmaster (einer Art Panzer) oder im U-Boot nehmt, wobei das gewohnte Spielgefühl im Kern identisch bleibt.
© NintendoAuf dem Weg zu Oberschurke Andross fliegt ihr durch eisige Landschaften, Lavaseen, Asteroidenfelder und viele weitere abwechslungsreiche Level, wobei der eigentliche Ablauf heutzutage für Frust sorgen könnte. Ein Run startet nämlich immer im Level Corneria, von welchem aus ihr die unterschiedlichen Gebiete bereist. Dabei ist die Route zu Andross mehr oder weniger fest vorgegeben, denn ihr habt nur ab und an die Möglichkeit, alternative Strecken und damit Level zu wählen. Für manche Routen müsst ihr sogar bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um diese zu erreichen.
Ein Highlight sind definitiv die Bossgegner. Zwar sind diese heute wie damals im Kern sehr simpel gehalten, da sie ihre Schwachstellen deutlich präsentieren, wie aber bereits die Story selbst sind sie imposant in Szene gesetzt und machen dadurch noch viel mehr Spaß.
© NintendoNeue Inhalte = mehr Spielspaß?
Neu mit dabei ist außerdem der Herausforderungsmodus. Bei diesem handelt es sich um bestimmte Missionen in jedem Level, die für zusätzlichen Spielspaß sorgen sollen. Insgesamt fehlte mir hier aber ein Anreiz, bei der Stange zu bleiben, da beim Abschluss aller Herausforderungen lediglich ein erhöhter Schwierigkeitsgrad wartet.
© NintendoDoch Star Fox ist nicht nur etwas für Einzelspieler, denn auch gemeinsam darf geflogen werden. So dürft ihr die Kampagne kooperativ erleben, indem ihr die Joy-Con teilt. Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle des Schützen, der andere steuert das Fahrzeug.
Multiplayer-Action
Wollt ihr es noch actionreicher, könnt ihr euch auch im Schlachtmodus probieren. Hier treten jeweils vier Spieler gegenüber an und feuern alles aus den Lüften, was sich auch nur bewegt. Als I-Tüpfelchen geht das sogar online gegen Spieler aus aller Welt. Zudem könnt ihr euer Spiel mittels GameShare und GameChat mit Freunden teilen, was eine willkommene Funktion ist.
© NintendoZur Technik selbst sei gesagt, dass das Abenteuer super aussieht und sich auch dank der grandiosen deutschen Sprachausgabe wunderbar spielt. Hinzu kommen eine eingängige Steuerung, die Integration der Maussteuerung, die Verwendung der USB-Kamera, welche euer Gesicht in einen der Charaktere verwandelt und noch so viel mehr. Hier wurde aus den einstigen N64-Spiel eine ganze Menge rausgeholt, wenngleich am Ende nur Fans vollends eintauchen werden.
Fazit
Star Fox ist eine grandiose Neuauflage eines einst fantastischen Spiels. Vor allem auf technischer und erzählerischer Ebene bekommt ihr eine Menge geboten und dank tieferer Einblicke in die Story werden auch Kenner auf ihre Kosten kommen.
Das Spielprinzip des Rail-Shooters gepaart mit den vorgegeben Wegen im Rahmen der Kampagne stoßen heutzutage aber negativ auf und sorgen vor allem beim zigsten Durchlauf von Corneria für Frust.
Zusätzliche Herausforderungen sowie tolle Mehrspieler-Einbindungen gepaart mit den Stärken der Switch 2 runden das Gesamtpaket jedoch ab und ermöglichen tolle Spielstunden im Lylat System.
Positiv
- fantastische Inszenierung
- deutsche Sprachausgabe
- tolle Multiplayer-Funktionen
- nutzt Stärken der Switch 2
Negativ
- Rail-Shooter-Prinzip stört
- jeder Run startet gleich
- Inhalte motivieren nicht vollends

Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.
