Final Fantasy VII Rebirth

Three armored characters stand on a cracked, fiery landscape beneath the Final Fantasy VII Rebirth logo on a dramatic sunset sky.

Mit Final Fantasy VII Remake Intergrade konnte ich in diesem Jahr bereits den ersten Teil der dreiteiligen Neuinterpretation der Genre-Größe Final Fantasy VII testen. Nun erscheint mit Rebirth nach nicht all zu langer Wartezeit auch der zweite Teil der Reihe für die Nintendo Switch 2 und ich verrate euch bereits jetzt, warum es sich hierbei wohl um eines der besten Spiele des Jahres handelt.

Raus aus Midgar

Rebirth setzt unmittelbar an die Geschehnisse des ersten Teils an und wir steuern erneut die Truppe um Cloud, Tifa, Aerith und Co., welche sich außerhalb Midgars in Sicherheit bringen konnten. Noch immer steht aber der Kampf der Rebellen von Avalanche mit dem Energiekonzern Shinra im Mittelpunkt, ohne dabei die erzählerische Stärke des ersten Teils zu verlieren. Stattdessen bekommen wir mehr von vielen Haupt- und Nebencharakteren geboten und auch Kenner des Originals kommen dabei auf ihre Kosten. Serienliebling und Oberschurke Sephiroth ist dabei natürlich auch stets mit dabei.

Zu Beginn des Abenteuers erinnert sich Cloud an eines seiner schrecklichsten Erlebnisse.

Im Vergleich zum ersten Teil der Trilogie ist Rebirth ein offenes Spielerlebnis. Zum Großteil dürft ihr den Planeten Gaia somit gänzlich frei erkunden und nach euren Bedürfnissen agieren. Hierzu findet ihr, wie in vielen anderen Open-World-Titeln auch, allerlei interessante Orte. Funktürme müssen erklommen, Fotos geschossen, Gegner besiegt und Teile geborgen werden. Klingt alles nach bekannter Kost, wobei ich hier ein großes Aber anhänge.

Zum einen steht euch fast zu Beginn an ein Chocobo zur Fortbewegung zur Verfügung. Das macht nicht nur Spaß, sondern berührt mein Nostalgie-Herz als langjährigen Final Fantasy-Fan doch sehr. Darüber hinaus gibt es etliche Schnellreisepunkte, sodass lange Wanderungen gar nicht erst dafür sorgen können, den Spielspaß zu schmälern. Zuletzt sind viele Nebenquests auch atmosphärisch gut in das Spiel integriert, sodass es nicht nur Spaß macht, sie zu meistern, denn auch inhaltlich bekommt man fast immer sinnvolle Schätze als Belohnung geboten.

Die offene Spielwelt wartet nur darauf, von euch erkundet zu werden.

Ein forderndes, aber solides Kampfsystem

Das Kampfsystem in Final Fantasy VII Rebirth läuft in Echtzeit ab und verlangt euch einiges ab. Mit einer Gruppe aus bis zu drei Charakteren kämpft ihr euch durch kleinere wie auch größere Gegnerhorden, die unterschiedlicher nicht sein können. Wölfe, Orks, Schlangenwesen und Puddinge sind nur eine kleine Auswahl derer, die euch erwarten. Um sie in die Knie zu zwingen, fliegen Zauber durch die Kämpfe, werden Schwerter geschwungen und auch Items eingesetzt, um die Oberhand zu behalten.

Mächtige Kreaturen stellen sich euch in den Weg.

Grundsätzlich könnt ihr dabei durchgehend eure Feinde angreifen, sobald euer ATB-Balken (eine Art Ausdauer) durch eure Kampfaktionen gefüllt ist, sind aber auch Zauber und besondere Fertigkeiten wie passive oder aktive Fähigkeiten möglich. Zudem könnt ihr im Kampfverlauf verschiedene Synchro-Attacken ausführen, bei welchen Gruppenmitglieder gemeinsam agieren, eine Limit-Attacke einsetzen, die einen besonders starken Angriff darstellt oder auch Esper Beschwören, die euch im Kampf unterstützen.

Ehrlich gesagt ist das alles zu Beginn ziemlich chaotisch und überfordernd. Dennoch findet man sich schnell in diesem Wirrwarr zurecht und die Kämpfe sind allesamt fair gestaltet. Lediglich die Bossgegner stellen eine besondere Herausforderung dar, da ein einfaches Smashen der Buttons nicht zum Erfolg führt. Die Lernkurve ist aber stabil und fair.

Diese kleinen Kriecher sind leicht zu bekämpfen.

Wappnet euch für den Kampf

Zudem könnt ihr mit genug Training euer Team auch entsprechend wappnen. Zum einen könnt ihr ganz klassisch neue Ausrüstungsgegenstände erwerben, um eure Attribute wie Angriff, Verteidigung oder Magie zu erhöhen. Gesammelte Erfahrung darf aber auch in einer Art Schachbrett investiert werden, um für eure Charaktere weitere aktive wie auch passive Fähigkeiten freizuschalten.

Beachten müsst ihr dabei, dass Anpassungen nur bedingt jederzeit möglich sind. Für das meiste braucht ihr entweder die entsprechenden Läden oder aber Automaten, die überall in der Spielwelt verteilt sind. Insgesamt fühlt sich das System fair an, wobei ich mir doch zwischendurch gewünscht habe, Fähigkeitspunkte jederzeit verteilen zu können.

Jeder Charakter kann nach euren Bedürfnissen entwickelt werden.

Dafür dürft ihr aber frei über sogenannte Materia verfügen. Hierbei handelt es sich, einfach ausgedrückt, um magische Steine, die an eurer Ausrüstung befestigt werden. Durch diese könnt ihr dann bestimmte Zauber wie Feuer oder Eis einsetzen oder auf bestimmte Fähigkeiten wie „Stehlen“ zurückgreifen. Materia steigen zudem nach und nach auf, woraus am Ende stärkere Varianten wie Feura oder Eisra resultieren.

Solide Technik mit kleinem Aber

Technisch ist Final Fantasy VII Rebirth auch auf der Switch 2 bärenstark. Die Filmsequenzen sehen fantastisch aus und auch im normalen Spielverlauf wissen die tollen Charaktermodelle zu gefallen. Musikalisch bekommt ihr zudem bekannte Klänge aus der Final Fantasy-Welt geboten, die Fans direkt abholen und Neulinge zu Fans werden lassen. Die deutsche Snychro schließt daran ebenso perfekt an und lässt Final Fantasy VII Rebirth authentisch wirken und schafft ein immersives Erlebnis.

Natürlich dürfen auch die kleinen, magischen Mogry nicht fehlen.

Das kleine technische Aber liegt am Ende im Detail. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass Objekte erst bei Annäherung auftauchen und die Weitsicht ist gar nicht scharf, wie man es gerne hätte. Dennoch ist das Gebotene ein unfassbar gutes Gesamtpaket und ich kann gar nicht anders, als jede freie Minuten in meinen Spielfortschritt zu investieren. Solltet ihr also auch nur den geringsten Spaß am Final Fantasy-Universum haben, müsst ihr bei Rebirth zuschlagen, denn die Messlatte ist für zukünftige Titel sehr hoch gesetzt.

Zudem bekommt ihr ordentlich Spielzeit geboten. Für die regulär Story könnt ihr gut 40 Stunden einplanen, für das volle Erlebnis plant aber gerne mehr als das doppelte ein. Nebenquests, Minispiele und vieles mehr sorgen nämlich für gehörig Abwechslung und Spielspaß in einer fantastischen Welt. Teil drei der Trilogie darf gerne schon ganz bald kommen, denn ich bin heiß wie Frittenfett.

Fazit

Final Fantasy VII Rebirth setzt an das ohnehin grandiose Remake des ersten Teils der Trilogie an und setzt dem Ganzen noch einen drauf. Die offene Spielwelt, grafische Darbietung und musikalische Untermalung kreieren einen fantastischen Nintendo Switch 2-Titel. Hinzu kommen abwechslungsreiche und zugleich motivierende Haupt- und Nebenquests in einer facettenreichen Spielwelt.

Eurem Chocobo könnt ihr ebenso neu einkleiden.

Technische Ungereimtheiten fallen kaum auf, da sie weder Spielfluss noch -spaß schmälern. Die vierzig Stunden Spielzeit für die Story fühlen sich einfach richtig investiert an und ich werde mit Cloud und Co. wohl noch die ein oder andere offene Nebenquest abarbeiten, um jeden Winkel Gaias zu erkunden.

Test

Positiv

  • fantastische Open World
  • spannende Story
  • abwechslungsreiche Nebenquests
  • tolle Charakterinszenierung

Negativ

  • kleinere, technische Ungereimtheiten
10 / 10
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