Pokémon Pokopia
Mit Pokémon Pokopia geht die Reihe einen mutigen Schritt: Statt Kämpfen, Orden und Arenen steht hier der Aufbau einer Welt im Mittelpunkt. Als Cozy-Lebenssimulation mit Crafting-Elementen kombiniert das Spiel bekannte Ideen mit dem Pokémon-Universum und überrascht dabei mehr, als man zunächst erwarten würde, wie unser Test für Nintendo Switch 2 verrät.
Ein frischer Ansatz für Pokémon
Pokopia ist ein Spin-off, das sich klar von der Hauptreihe abgrenzt. Entwickelt von Game Freak in Zusammenarbeit mit Omega Force (Koei Tecmo), verbindet es Elemente aus Aufbauspielen wie Minecraft, Lebenssimulationen wie Animal Crossing und strukturelle Parallelen zu Dragon Quest Builders 2.
Das Ergebnis ist kein bloßer Klon, sondern ein eigenständiges Spiel, das sich schnell vom Vergleich löst und seinen eigenen Rhythmus findet.
Story & Atmosphäre: Zwischen Hoffnung und Verfall
Die Geschichte beginnt ungewöhnlich: Wir erwachen als Ditto in einer menschenleeren, zerstörten Version der Kanto-Region. Durch einen Pokédex nehmen wir die Gestalt unseres ehemaligen Trainers an und beginnen, die Welt wiederzubeleben.
Begleitet von Professor Tangoloss und zahlreichen Pokémon entfaltet sich eine ruhige aber überraschend tiefgründige Handlung. Hinter der entspannten Oberfläche verbirgt sich eine melancholische Grundstimmung: verlassene Städte und Ruinen, Hinweise auf das Verschwinden der Menschheit & Umweltzerstörung als zentrales Thema.
Besonders stark: Die Geschichte wird nicht nur durch Dialoge, sondern auch durch Fundstücke wie Tagebücher oder alte Dokumente erzählt, die ein düsteres Gesamtbild zeichnen.
Gameplay: Aufbau statt Abenteuerkampf
Der größte Unterschied zur Hauptreihe: Es gibt kein Kampfsystem. Stattdessen dreht sich alles um Aufbau, Erkundung und Gemeinschaft.
Der zentrale Gameplay-Loop: Erkunden → Ressourcen sammeln → Habitate bauen → Pokémon anlocken → Fähigkeiten freischalten
© Pokémon / Nintendo/Creatures Inc./GAME FREAK inc. / KOEI TECMO GAMESDas Habitat-System als Kernmechanik
Jedes Pokémon hat eigene Anforderungen an seinen Lebensraum. Durch geschickte Kombinationen aus Umwelt, Objekten und Strukturen erschafft ihr passende Habitate, die neue Pokémon anziehen.
Diese Pokémon leben eigenständig in eurer Welt, helfen beim Aufbau und schalten neue Fähigkeiten frei. Das sorgt für einen konstanten Entdeckungsreiz und motiviert zum Experimentieren.
Fähigkeiten, Crafting und Fortschritt
Euer Ditto nutzt Attacken nicht zum Kämpfen, sondern als Werkzeuge:
- Aquaknarre → Bewässerung
- Blattwerk → Vegetation erschaffen
- Zertrümmerer → Hindernisse entfernen
- Zerschneider → Ressourcen abbauen
Dazu kommt ein umfangreiches Crafting-System:
- Möbel, Straßen, Gebäude
- komplette Einrichtungen wie Pokémon-Center
- Stromsysteme mit Windrädern und Leitungen
Abstriche im Multiplayer
Der Multiplayer-Modus ist eigentlich das beste, was dem Spiel passieren konnte. Gemeinsames Bauen, Kreieren, Unterstützen und Spielen. Das klappt aber nur, wenn ihr beide das Spiel besitzt. In unserem Fall stand uns nur eine Version zum Test zur Verfügung, weshalb wir auf die GameShare-Funktion gesetzt haben und hier wurden sehr merkwürdige Entscheidungen bei der Implementierung getroffen.
Der Spielpartner ohne eigene Version kann keine Spuren von Pokémon wahrnehmen, keine Objekte craften und nicht mal der Austausch von Gegenständen mit dem Spielpartner ist möglich. Das Spielen beschränkt sich daher auf das Abbauen von Ressourcen und Aufstellen dieser. Pokémon können zwar in Habitaten entdeckt werden, aber der Bau dieser kann ebenso nicht angesehen werden. Entsprechend komprimiert sind die Möglichkeiten, was gerade im Vergleich mit Titeln wie Split Fiction, wo es keinen Unterscheid zwischen Spieler 1 und 2 gibt, fragwürdig wirkt.
© Pokémon / Nintendo/Creatures Inc./GAME FREAK inc. / KOEI TECMO GAMESEine lebendige Welt voller Details
Ein großes Highlight ist, wie lebendig sich die Welt anfühlt. Pokémon sind keine statischen NPCs, sondern interagieren miteinander, gehen Tätigkeiten nach haben aber auch eigene Bedürfnisse und Wünsche. Das führt dazu, dass eure Siedlung tatsächlich wie eine funktionierende Gemeinschaft wirkt.
Fazit
Mutiger Schritt, der aufgeht!
Pokémon Pokopia ist eines der ungewöhnlichsten und gleichzeitig spannendsten Spin-offs der Reihe. Der Fokus auf Aufbau, Entspannung und Kreativität funktioniert erstaunlich gut und bringt frischen Wind in das Franchise. Die Mischung aus cozy Gameplay, lebendiger Welt und überraschend tiefgründiger Story sorgt für ein Erlebnis, das lange fesselt, auch ohne klassische Pokémon-Mechaniken. Wer bereit ist, sich auf diesen neuen Ansatz einzulassen, bekommt eines der interessantesten Pokémon-Spiele der letzten Jahre.
Achtung! 😉 mir kamen so manche 5 Stunden vor wie 30 Minuten, also bitte achtet auf Eure Zeit.
Positiv
- geniale Gameplay-Erfahrung
- Pokémon interagieren mit der Spielwelt
- kreative Freiheiten ohne Ende
Negativ
- Multiplayer könnte bessere Interaktionsmöglichkeiten bieten

Begonnen hat Toms Liebe zum Gaming mit dem Klassik Gameboy und Mario Land, später traf er auf die N64 mit den Spielen Mario N64 und Zelda Ocarina of Time. Von da an war Tom dem Nintendoversum verfallen, er versuchte auch andere Konsolen, aber keine konnte ihn so fesseln, wie die von Nintendo. Somit zogen immer wieder die neuen Nintendo-Konsolen bei ihm ein. Zu den liebsten Spielereihen zählen Pokémon, Zelda und Mario, davon bekommt Tom nicht genug. Fernab vom Gaming ist er auch noch Pokémon TCG-Sammler und kein Marvel-Film/-Comic geht an ihm vorbei, zu guter letzt steht wie bei so vielen von uns auch bei ihm Lego hoch im Kurs.
