Absolum
(Beinahe) absolut perfekt
Während die Steam-Version des Beat-’em-ups bereits im Oktober 2025 erschien, fand sie erst rund ein Jahr später ihren Weg auf die Switch 2. Ob die Mischung aus Sidescrolling-Beat-’em-up und Roguelite funktioniert, verrate ich euch jetzt.
© Supamonks / Guard Crush / DotemuAus zwei mach vier
Ihr befindet euch in der Fantasiewelt Talamh, die durch eine Magiekatastrophe in Schutt und Asche gelegt wurde. Der Sonnenkönig Azra nutzt diese Panik und versucht mithilfe des Scharlachroten Ordens, alle Zauberer zu versklaven. Auch wenn Azras Truppen immer mehr vom Land einnehmen, versuchen die Hochmagierin Uchawi und eine kleine Gruppe Widerstandskämpfer dem entgegenzuwirken.
Zu Beginn könnt ihr lediglich in die Rollen von zwei Helden schlüpfen: In die der schwertschwingenden Elfen-Kriegerin Galandra und in die des zwergischen Nahkämpfers Karl, der mit Fäusten und einer Donnerbüchse kämpft. Nach und nach schaltet ihr zwei weitere Helden für euer Abenteuer frei. Da ist zum einen Brome, ein Froschzauberer und zum anderen Cider, ein flinkes Mensch-Marionetten-Konstrukt. Mit ihnen und ihren unterschiedlichen Fertigkeiten macht ihr euch auf, den Sonnenkönig Azra zu besiegen. Auf eurem Weg begegnet ihr außerdem unterschiedlichen Persönlichkeiten, die euch mehr über die Lore von Talamh verraten. All jene, die keinen Wert auf die Story-Elemente legen, können diese aber auch skippen und nicht-optionale Dialoge überspringen oder beschleunigen.
© Supamonks / Guard Crush / DotemuÄhnlich wie in Hades ist die Welt von Absolum nicht prozedural generiert, sondern von Hand gefertigt und auf jedem eurer Pfade wartet ein Boss auf euch, den es zu besiegen gilt. Die Tatsache, dass jeder Lauf erstmal grundsätzlich gleich aufgebaut ist und sich demnach wiederholt, hat mich anfangs skeptisch gemacht. Aber aufgrund von ausreichend spielerischen Anreizen, wie zum Beispiel Verbesserungen, die euren Run einfacher gestalten, habe ich nach dem Tod meines Charakters doch immer wieder einen neuen Lauf begonnen. Auch Quests kommen in Absolum vor. Zum Beispiel schlagt ihr euch für den Archivar Wisshelm durch Gegnermassen. Habt ihr das getan, befindet sich Wissehelm dauerhaft in Uchawi’s Hearth und verwaltet unter anderem In-Game-Erfolge. Es lohnt sich also immer wieder, sich nach dem Ableben erneut ins Gefecht zu stürzen.
© Supamonks / Guard Crush / DotemuAn das Kampfsystem musste ich mich als absoluter Neuling im Sidescrolling-Beat-’em-up-Genre trotzdem erst gewöhnen, aber nach einigen Runs (mit frühen Toden) hatte ich den Dreh soweit raus. In ein paar optionalen Tutorials könnt ihr euch außerdem mit der Steuerung und dem Kampfsystem vertraut machen und euch in simulierten Kämpfen erproben.
Nun zu den Kämpfen selbst: Statt den Feinden nur aus dem Weg zu gehen, hat es sich für mich bewährt, gezielt den „Deflect“ einzusetzen. Das ist ein Ausweichen nach vorne direkt in den feindlichen Angriff, um diesen abzufangen und die feindliche Deckung für Konter zu öffnen. Erfolgreiche Treffer bauen außerdem Arcana-Mana auf. Das war für brenzlige Situationen mit vielen oder starken Gegnern besonders hilfreich. Einer von Galandras mächtigen Spezialangriffen ist beispielsweise eine nekrotische Welle, mit der man eine Reihe von Gegnern gleichzeitig ausschalten kann.
Seine volle Stärke zeigte das Kampfsystem für mich allerdings vor allem durch die Progression, die das Roguelite-Genre mit sich bringt. Während eines Durchlaufs konnte ich gesammelte „Rituals“ und „Trinkets“ miteinander kombinieren und dadurch sehr individuelle Builds erstellen. Gleichzeitig sorgte der „Soul Tree“ später dafür, dass gesammelte Kristalle (für Verbesserungen) auch nach dem Ableben nicht verloren waren.
Wer keine Lust hat, Azras Schergen alleine zu vermöbeln, kann sich im lokalen oder Online-Koop gemeinsam in die Welt von Talamh aufmachen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich im Assistenz-Menü übrigens ebenfalls anpassen. Das macht Absolum besonders für Neulinge im Genre oder Storyfreunde ziemlich praktisch.
© Supamonks / Guard Crush / DotemuNach jedem Bosskampf landet ihr außerdem in einer Art Taverne, in der ihr euer Leben regenerieren, euch Ausrüstung kaufen oder Söldner anheuern könnt. Letztere kämpfen dann bis zu ihrem Tod für einen kleinen Obolus für euch mit.
Fantastische Welt, die auch technisch punktet
Absolum läuft mit stabilen 60 FPS sowohl im Handheld- als auch im Docked-Modus, wobei ich es aufgrund der Haptik des Switch 2 Pro Controllers auf dem TV deutlich präferiert habe. Dabei könnt ihr eine fantastische Welt genießen, die mit dem hervorragenden Soundtrack des Komponisten Gareth Coker untermalt wird, der unter anderem auch für Ori and the Blind Forest komponiert hat.
Fazit:
Absolum ist ein fesselndes Beat-’em-up mit einer interessanten, von Hand gezeichneten Welt und abwechslungsreichem Gameplay. Neulinge wie ich könnten allerdings ein paar Runs brauchen, um die Steuerung zu verinnerlichen. Absolum ist aus meiner Sicht ein Must-have für alle Beat-’em-up-Fans, die sich nicht nur gerne durch Gegnerhorden prügeln, sondern gleichzeitig Wert auf eine interessante Story legen.

Positiv
- Interessanter Genre-Mix aus Beat-’em-up und Roguelite
- Vielseitige Builds
- Stabile FPS
- Anpassbarer Schwierigkeitsgrad
Negativ
- Jeder Durchlauf ist vom Aufbau erstmal gleich
- Kampfsystem erfordert Einarbeitungszeit
